Montag, 22. Dezember 2008

Härtetest für Harbin

Gestern morgen (zum 4. Advent) bin ich nach dem Frühstück bei Subway in die Stadt gefahren, um meine Wanderung durch Beijing fortzuführen die ich vor ca. 1 Monat auf Grund von Verdauungsproblemen abbrechen musste. Schon als ich aufwachte überlegte ich das erste Mal, ob ich das Vorhaben durchführen soll, dass zweite Mal als ich das Haus verließ und dann noch ein paar mal unterwegs. Ihr glaubt nicht wie kalt es war (feng gua hen da). Die Außentemperatur war bei ziemlich genau - 12°C , so weit so gut, aber der Wind sorgte dafür, dass es mindestens gefühlte -20°C wurden. Dies veranlasste uns später auch endlich einen Mundschutz zu besorgen, denn bei diesen Temperaturen und Wind ist das Atmen ohne Mundschutz quasi unmöglich.
Den ganzen Vormittag lief ich durch Hutongs, das war echt schön zumal total wenig los war - Sonntag eben! Ich war total erstaunt, als zwischen 10:00 und 11:00 Uhr immer noch nicht alle Läden auf hatten - dachte doch die ganze Zeit ich bin in China - und hier haben immer alle Läden auf. An diesem Tag fragte ich mich noch öfter, ob ich wirklich in China bin. Heißt es doch immer Weihnachten wird nicht gefeiert und ich hatte mich auch schon gefreut dieses Jahr der kitschigen Weihnachtsdeko zu entkommen - aber nein, überall in Beijing hängen Weihnachtmänner in den Fenstern, stehen Weihnachtsbäume (mit bunt-blinkenden Lichtern) herum und diverser anderer Kitsch. Aber vermutlich ist es nur in Beijing so schlimm. Die Tage hatte ich mit einem Chinesen in Shanghai telefoniert und er war ganz erstaunt, als ich ihm von umserem Weihnachtsbaum erzählte....
... wer weiß, vielleicht steht am Heiligabend doch ein chinesischer Weihnachtsmann vor unserer Tür.
Aber eigentlich wollte ich von meinem Ausflug berichten. Ich war ganz tampfer und habe bei der Kälte etwa 3,5h durchgehalten. Ich war sogar, trotz meiner Höhenangst, noch auf dem Trommel- und Glockenturm und habe mir dort die alten Trommeln und die Glocke angeschaut. Die Treppen waren so steil und sooo steil und die Stufen so hoch. Das Besteigen des Turms ist ja noch nicht mal das Problem, aber man muss ja auch wieder runter. Warum haben die damals keinen Lift eingebaut, waren doch sonst auch schon immer so fortschrittlich...

Naja, für die Aussicht hätte es sich auch fast gelohnt, nur leider konnte man nicht außen herumlaufen. Bin sicher das ging früher mal. Zum Glück hab ich den Studentenrabatt bekommen.

Anschließend hatte ich jedenfalls Hunger und wollte mal wieder in so eine typisch chinesische Imbissbude, in die ihr wohl lieber nicht gehen würdet. Aber dort ist es immer besonders billig und lecker. Außerdem ist es total interessant, wenn man der einzige Ausländer ist. Ich hab alles gegeben, aber die Chinesen konnte ich beim Nudelnschlürfen einfach nicht übertönen. - Also keine Angst Jutta, wird nicht soooo schlimm, wenn ich zurück bin ;-)
Gesättigt wollte ich weiter durch Beijing laufen, aber plötzlich hatte ich das Gefühl es wären -30° und so hab ich mir das nächste Taxi geschnappt und bin zur Wangfujing (Einkaufsstraße) gefahren - brauchte schließlich noch Weihnachtsgeschenke für meine Lieblingsmitbewohnerin und dann hab ich ja auch noch jemanden, den ich bewichteln muss.

Irgendwann kam ich tot zu Hause an, der beste Moment um wieder aufzubrechen und zur Massage zu gehen. ENDLICH! Es war nicht entspannend (traditionelle chinesische Massage), aber die Masseure (blind) haben genau die Stellen bearbeitet die richtig weh taten - ich wusste nicht, dass es so viele Stellen an meinem Rücken sind. Jedenfalls gehen wir nächste Woche wieder hin.

Heute zum Montag ist wieder Uni, wer will kann gehen. Dachte ich geh mal hin, werd schon nicht allein sein. Immerhin waren wir zu viert. Das gab uns Gelegenheit uns mit unserer Lehrerin ein bisschen zu unterhalten und unsere Chinesischkenntnisse mal anzuwenden. Wenn wir nicht alles wieder vergessen hätten (nach der Prüfung).
Die Prüfungsergebnisse liegen noch nicht alle vor, bis auf Kouyu, was wir beide bestanden haben (juhu).

Oh, Beinahe hätte ich vergessen, dass wir am Samstag mit Monika ein Lebkuchenhaus gebastelt haben, die Bauteile (Wände und Dach) gab es bei Ikea, den Rest (Puderzucker, Smarties) gab es nicht zu kaufen. Wir mussten uns also anders helfen. Also, Zucker schmelzen und als Klebemittel verwenden, dass war ein Kampf (der später beim dekorieren des Häuschens mit einer Verbrennung an meinem Zeigefinger endete). Die Smarties sind nicht aus Schokolade, aber zumindest bunt - mal sehen was die Gäste sagen.

Nur noch zweimal schlafen, dann ist Weihnachten - zum Glück sind jetzt alle Packete aus der Heimat eingetroffen (bis auf die 5kg Räucherkerzeln).

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

das lebkuchenhaus sieht sogar ziemlich deutsch aus :) und die neuen fotos sind sehr schön. war bestimmt schwer auf den turm hoch zu kommen...!
und: das päckchen wurde gefunden!!! das unmögliche ist wahr geworden :)
julia