Mittwoch, 24. Juni 2009

Typisch Cina

Man denkt, man kennt sich aus nach 10 Monaten. Aber nein, da schreck ich immer noch zurueck, wenn der sterbende Fisch in der Plastiktuete im letzten Aufbaeumen von der Waage direkt auf meinen Fuss runterstuerzt (war nicht mein Einkauf!), ich krieg immer noch ein schlechtes Gewissen wenn meine chin. Freundin Paula ein Kostuem mit extra Hose beim Schneider fuer meine Freundin Alin mit den Waffen eines Maedchens (Riesen Kulleraugen, zitternde Unterlippe, knallharte Argumente) auf 40 Euro runterhandelt und ich werd immer noch mordmaessig wuetend in der UBahn weil keiner der 15-jaehrigen Kerle aufsteht um Platz fuer die 100-jaehrige Oma zu schaffen (da hoerts bei mir auf!). Aber 2 Ereignisse dieser Woche verdienen aufgrund ihrer Kuriositaet noch einmal meine ganze Aufmerksamkeit. Nummer 1: Es ist Mittwoch, 10 nach 18 Uhr, Susi trifft zu Hause ein. Schluessel ins Schloss, auf die Tuer, und dann ploetzlich der Gedanke: "????" - "??????"- "??????????""?????????????????????????????"Nee is klar. Vor mir eine Schutthalde. Ich dachte schon die Decke ist runtergekommen. Gar nicht mal so daneben. Direkt neben meiner Eingangstuer befindet sich naemlich meine Kochinsel (Abzugshaube mit Brett) die umsaeumt ist von weissen Fliesen. Diese Dinger hatten schon vor einiger Zeit damit begonnen, ein gewisses Eigenleben zu entwickeln und ca. 1cm von der Wand abgestanden (also in so ner Beule von oben dan unten, eine getragen durch die andere) - der Sturm die Woche hat sein restliches getan, durch die offenen Fenster gefegt und sie auf wundersame Weise zu Boden befoerdert wo sie in 1000 Stuecke zersplittert sind. Und das war nicht nur eine. Plus die 100 Tonnen Beton die hinten als Klebstoff angebracht waren.Nummer 2. Der naechste Morgen, 7 Uhr. Meine Ohren sind ja nun schon an den anhaltenden Baulaerm gewoehnt, man entflieht ihm oder hoert Musik mit Kopfhoerern. Aber dieses Mal wars anders. Zuerst konnte ich es nicht genau definieren, was da keinen Sinn machte. Ich lag in meinen Bett und vernahm nervtoetende klopfende Geraeusche direkt neben meinem Kopf. Schoen und gut. Ich denk noch, klingt nach ganz schoen unqualifizierten Arbeitern (waren 2), mal hier mal da, irgendwie ohne Plan.Aber was stoert mich denn da an der ganzen Geschichte? Irgendwas kann da nicht stimmen.Waehrend ich so an meiner Wasserflasche nuckle, die Erleuchtung: Mein Zimmer grenzt direkt an eine Aussenwand. Dahinter ist nichts. Ich wohn im 21. Stock, dahinter ist nur heisse Luft. Was machen die da????Mit zerknautschten Gesicht bahne ich mir meinen Weg durch die Schutthalde (stimmt, hatte gestern keinen Bock gehabt das aufzuraeumen), oeffne mein Badfenster, nehme allen Mut zusammen, steck den Kopf raus und erschrecke zu Tode. Ich starrte direkt in die dunklen Augen eines Chinesen. Mein Gedanke: "????" "?????" "??????????"wurde unterbrochen von der Erkenntnis was da vor sich geht. Die beiden Herren sassen auf Holzbrettchen und wurden von einem Seil, das vom Dach runter gelassen war, gehalten. Beide hatten ihr Werkzeug in der Hand und klopften mit schnellen und geuebten Bewegungen die Aussenwand ab, um die gefakten Steine draussen zu ueberpruefen - klingen die hohl und fallen bald ab? Clever und ganz schoen ausgefuchst.Soviel zu meinen Erlebnissen diese Woche.Ansonsten alles roger - hab inzwischen alle restlichen Fliesen fein saeuberlich von der Wand abgenommen und meinen Vermieter Bescheid gesagt, mal schauen wann der mal vorbei kommt. Jetzt ist es Sonntag frueh, na gut Mittag, ich teste gleich mal die Luftfeuchtigkeit draussen (gestern war es unertraeglich heiss bis ca. 16 Uhr, als es in Stroemen, ich sage euch in Stroemen, mit Donner und Blitz und einem Haufen Wasser, anfing zu regnen. War natuerlich gerade draussen unterwegs und wurde klitschnass, so richtig klitschnass, auf der Suche nach einem Unterstand.)Oh jetzt lassen sie gerade Feuerwerk abbrennen.Schoen laut.
Suzzan

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