Dienstag, 9. Juni 2009

Nachtrag Fussball und Yangzhou

Die Zeit vergeht.Nun sind schon wieder zwei Wochen seit meiner letzten Nachricht vergangen.
Am vorangegangenen langen Wochenende –wir hatten Donnerstag bis Samstag frei (ihr Sa-Mo), befand ich mich in Shanghai. Grund war neben einer Grillparty, mit lecker Thüringer Rostbratwurst, bei Lu Shanli natürlich auch das Fußballspiel Deutschland – China. Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen, ihr habt ja selbst mitbekommen wie schlecht die deutsche Mannschaft gespielt hat.Was ich dazu allerdings berichten kann ist die Art und Weise unserer Unterstützung. Dazu nur kurz, dass selbst Du Mei Yan und Domi aus Beijing angereist sind. Domi, die bei einem großen deutschen Autobauer (nicht Opel) Praktikum macht, kam im Schlepptau mit 9 Kollegen. Diese nutzten die Zugfahrt von Beijing nach Shanghai, um eine Hymne zu texten:
„Wir singen schwarz-rot-gold, Wir stehen zu dir.Wir singen DeutschlandWir sind hier.
Mit dem Adler auf der Brust Wir sind in China Wir sind gut dabei, Wir machen Party in SHANGHAI!“Und wirklich, wir konnten nix dafür, dass die so miserabel gespielt haben, wir haben uns die Seele aus dem Leib geschrien – wirklich! Nachdem Spiel ist vor dem Spiel und so sind wir anschließend noch in eine Bar gegangen. Wir waren zwar gar nicht so lange, aber trotzdem erst halb drei im Bett und beschlossen dann unseren geplanten Ausflug für Samstag abzusagen. 

Stattdessen machten Lu Shanli, Du Mei Yan und ich am Samstag richtig auf Tourist. Begannen den Tag mit einer Huangpu-Schifftour (Huangpu ist der Fluss der durch Shanghai fließt) und stiegen anschließend noch in einen Touristenbus ein. War also alles recht entspannt. Später traf ich noch Alin und Suzzan im Park zu ner Runde Badminton und anschließendem Window Shopping (Schaufensterbummel).
Am Sonntag mussten wir dann alle schon wieder arbeiten, denn nur der Donnerstag war Feiertag und da wurde der Sonntag quasi als Brückentag auf Freitag vorgezogen.Oh, hab ganz vergessen, dass wir uns am Donnerstag noch das Shanghai Ocean Aquarium angeschaut haben. War schon sehr interessant, aber wie im Zoo, klopften die Chinesen gegen die Scheiben und fotografierten die Fische hinter dem Glas mit Blitzlicht…Nun aber zum letzten Wochenende. Natürlich stand mal wieder eine Reise auf dem Plan.Diesmal ging es mit einer chinesischen Reisegruppe im Langstreckenbus von Shanghai nach Yangzhou. Mittags angekommen, gab es erst einmal Essen. Der Weg ins Restaurant führte durch den Hintereingang, welcher nicht sehr vertrauenswürdig wirkte…… was wird uns bei dieser Reise noch alles erwarten? Das Essen war dann aber doch ganz gut und wir konnten gestärkt mit dem Programm beginnen. Zu erst gingen wir in den He Yuan, den Garten der Familie He, einer der vielen, herrlich angelegten, Gärten in China. Weiter ging es zum West See, dort konnten wir nur einen Bruchteil besichtigen, weil es viel zu groß ist. Aber wir hatten genug Zeit, um eine kleine Runde mit dem Tretboot auf dem See zu drehen. War ganz schön anstrengend, vor allem wegen der sommerlichen 35°C. Und kurz vorm Ziel wurden wir noch von einem anderen Boot, einem langsamen Motorboot, gerammt. Die chinesische Familie hat ihr Kind steuern lassen und griff auch nicht ein, als das Boot auf unseres zusteuerte. Wir, mit unserem Tretboot, konnten nicht schnell genug ausweichen, und so kam es zur Kollision. Es gab zwar einen kleinen Schaden an unserem Boot, aber Wasser drang nicht ein und wir konnten ohne Probleme zurück ans Land.
Anschließend ging es ins Hotel, dort schoben wir die Betten im Doppelzimmer zusammen, damit wir drei „kuscheln“ konnten und keiner von uns das Zimmer mit der Reiseleiterin teilen musste ;-)
Abends erkundeten wir die Stadt, gingen in eines der Bekannten Restaurants und probierten die für Yangzhou typischen Gerichte: Löwenkopf (Hackfleisch, nicht so lecker), Fisch süß sauer (sehr lecker) und Yangzhou Reis (auch sehr lecker).
Das mit der Bar hinterher hat nicht funktioniert, erst fanden wir keine und als wir sie gefunden haben, trauten wir uns nicht in den Keller, also gingen wir in ein Café und tranken dort einen Cocktail.
Sonntagmorgen, standen noch 2 Punkte auf dem Programm, der Ge Garten und die Han Gräber.Wir hatten viele tolle Erlebnisse, vor allem, weil meine lieben Freunde mir ein ganz besonderes T-Shirt zum Geburtstag geschenkt hatten. Vorn drauf steht: 老外来了 (Ausländer kommt) und hinten: 老外走了(Ausländer geht). Sonst sagen die Chinesen das ständig, wenn sie uns sehen – gerade in so kleinen Städten wie Wuxi und Yangzhou. Mit dem T-Shirt kann ich jetzt vorbeugen. Und mich dazu bekennen, dass ich ein Ausländer bin. Die Chinesen freut es und sie lesen es noch laut vor. 14:30 Uhr waren wir in Wuxi, ich konnte aber noch nicht nach Hause, denn wir stoppten lediglich an einer Raststätte und dort gibt es keine Taxen. Egal, bin nochmal mit nach Shanghai gefahren (Ankunft 17:00), was eine gute Entscheidung war. Wir gingen nämlich ins Xintiandi und dort gibt es ganz viele westliche Restaurants. Überzeugt hat uns das Paulaner Bräuhaus. Ihr glaubt nicht, was ich gegessen habe: einen Brotkorb: 6 Scheiben dunkles Brot, 1 Brezel, Schmalz und Leberwurst. Für ein Bier hat mein Budget nicht gereicht, da hätten 0.3l 6,50 Euro gekostet, hab mich dann für ein Ginger Ale für 4,00 Euro entschieden.
Das mit der Zugfahrt klappt übrigens jetzt immer super. Habe keinen Zug mehr verpasst (könnte daran liegen, dass die Züge manchmal Verspätung haben) und bin auch nicht mehr falsch eingestiegen.
Dieses Wochenende (12.-15.06.) probiere ich mal wieder was Neues. Ich fliege am Freitag nach Chengdu und besuche dort meine liebe Wei - bei ihr habe ich mein erstes Chinesisch gelernt, an der VHS in Chemnitz. Nach vielen Jahren in Deutschland, besucht sie gerade ihre Eltern in Chengdu. Und wenn wir schon beide in China sind, dann müssen wir uns auch treffen.

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