Montag, 1. September 2008

Packet nach Deguo und Lernergebnisse

Ich bin Euch noch eine Schilderung meiner Erlebnisse mit der CHINA POST schuldig.

Aufgrund besonderer Ereignisse in den nächsten zwei Wochen musste ich schnell ein Päckchen aufgeben, damit es rechtzeitig in Deguo (Deutschland) ankommt. Außerdem ist Logistik mein Schwerpunkt und schon deswegen interessiert mich das chinesische Postsystem.
Vorsichtshalber hatte ich mich ein wenig dazu belesen und wusste, dass keine geschlossenen Kartons aufgegeben werden können. Deshalb hatte ich den Inhalt meines Päckchens (was ja noch gar kein Päckchen war) einzeln und bin an den ersten Schalter gegangen, zeigte dem Herren den 'Inhalt' und sagte "wo yao ji bao guo" - Ich möchte ein Päckchen versenden. Er nickte nur und zeigte auf die Menschenschlange mit ihren riesigen Taschen und Kartons, die sie verschicken wollten. Da steh ich nun in der Schlange und sehe wie alle irgendwelche Zettel ausfüllen. Was sind das für Zettel und wo bekommt man die eigentlich her??? Fragen über Fragen. Da hilf nur noch eine junge Chinesin auf Englisch anzusprechen. Sie sagte mir, ich solle zum ersten Schalter gehen und mir dort ein Formular holen, dieses ausfüllen und mich wieder an der Schlange anstellen. Schalter 1? Der wo ich gerade war? Okay, also wieder zurück und versuchen auf Englisch ein Formular zu bekommen...
... hat tatsächlich geklappt, und die Zettel sind sogar zweisprachig - jetzt wieder zurück in die Schlange und das Papier ausfüllen (solche Formulare kenne ich von unseren Packetdiensten). Jetzt konnte ich beobachten, wie die Packete und Päckchen verpackt werden. Dafür ist eine einzige Frau zuständig. Sie sucht eine passende Verpackung aus, überprüft die Waren, packt ein und verschnürt den Karton. Manchmal verzweifelt sie auch, nämlich dann wenn Waren in großen Umverpackungen oder überhaupt sehr viel verschickt werden soll - dann ist es nämlich schwierig für sie einen Karton zu finden.
Vor mir standen schätzungsweise acht bis zehn Personen, so dass ich knapp anderthalb Stunden warten musste bis ich an der Reihe war. Das kann man mit Sicherheit effektiver gestalten - vorallem mit mehr Personal (es gibt doch soviele Menschen hier). Naja, die gute Frau hat also meine Sachen verpackt, meine Zettel und die Verpackung abgestempelt. Dann wollte sie Geld haben. Ich dachte okay, ist das Porto - aber nein, ich habe bei ihr erstmal nur den Karton bezahlt. Mit diesem Karton - auf den ich übrigens nochmal die Adresse schreiben musste - und den abgestempelten Formularen ging ich dann zurück zum Schalter #1 um dort alles abzugeben und dann den Versand zu bezahlen.
Das erklärt also, warum ich zwei Stunden für die Abgabe eines Päckchens unterwegs war...


Der heutige Tag war im übrigen auch sehr erfolgreich!

Wir haben zwei Dinge gelernt:
1. Wir sind ziemlich clever, wenn es um das Herausfinden von Verkaufsstellen für Paralympic-Tickets geht.
Da es vor den Stadien keine gibt recherchierten wir nochmal etwas genauer und haben herausgefunden, dass einige Filialen der BANK OF CHINA Tickets verkaufen. Wir waren sogar so clever, dass wir eine dieser in unserer Nähe gefunden haben...
... die Wettkämpfe im Vogelnest und Wasserwürfel waren natürlich ausverkauft :-(
... aber wir haben Tickets! Vielleicht könnt ihr uns ja sehen, wenn ihr am 14.09. die Endspiele der Frauen beim Volleyball und am 07.09. Tischtennis-Vorrunden anschaut :-)))

2. Wir haben aber auch gelernt, dass wir das nächste Mal, wenn wir eine Sehenswürdigkeit anpeilen nochmal nachlesen sollten wie die Öffnungszeiten sind. Heute ist es uns das zweite mal passiert, dass wir vor verschlossenen Toren standen...
... und das vorm Tiananmen!
Oh, und dann haben wir heute den ersten Zwickauer Studenten auf dem Campus der UIBE getroffen - Raymond, er ist gestern mit der Transsib angekommen.
Ab morgen sind wir dann viele, denn Suzzan und ich holen morgen früh Du Mei Yan und Dong Dong vom Flughafen ab, Schildchen haben wir schon gemalt :-)

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hallo, Tanja,

kann es sein, dass Ihr nicht ein paar Mm (1000km) nach Osten sondern ein paar zig Jahre in die Vergangenheit gereist seid? Im übrigen, das Bild von der Haustür weckt auch nicht gerade das Gefühl, Dich wohl aufgehoben zu wissen. Denn wo solche Türen gebraucht werden muss es auch Dinge geben, die diese erfordern? Aber das werden nur anfängliche Missverständnisse sein, oder? Aber ich seh schon, Ihr seid voller Optimismus. Viel Glück dabei.
Werner

Anonym hat gesagt…

Hallo ihr beiden Abendteuerlustigen,

also für die paar Tage in Bejing habt ihr ja schon eine ganze Menge mitgemacht. Ich wünsche euch auch weiterhin viel "Spaß" und lasst euch von den kleinen Widrigkeiten nicht einschüchtern.

Viele Grüße von Ramona

Anonym hat gesagt…

Salut ihr beiden,
nach langen 1400km per Rad sind auch wir wieder da und war schon sehr gespannt auf eure ersten Blog-Einträge... wäre schon gern bei euch jetzt aber bald is es ja soweit... wir haben noch ein paar probleme mit dem visum und unser hotel gibts jetzt auch ncht mehr.. muss jetzt nochmal suchen, so ist das halt... naja wünsch
euch schon mal viel spaß bei den paralympics und da ich die olympics nicht gesehen habe, werde ich umso intensiver die paralympics schauen.
lasst es euch gut gehen und verliert euren entdeckungssinn nicht!
ganz liebe grüße nadja