Die erste Geschichte, die ich euch erzaehlen will, handelt von 2 kleinen Maedels, die sich zusammen auf ihre Drahtesel geschwungen haben und aufgrund grandioser Orientierungsfaehigkeiten bis zum Tiananmen gefunden haben. Und das ist eine Strecke von 2 Stunden, meine Freunde. Unterbrochen wurde die rasante Fahrt zwischen BWMs und Pferdekutschen, zwischen millionenschweren Hochbauten und charismatischen Hutongs durch 2 kleine Zwischenfaelle, die ich leider auf meine Kappe nehmen muss. Der Schluesselsatz lautet: "Du Mei Yan, hier ist was komisch!"
Mein geliebtes Fahrrad leidet in seinem jungen Alter an ein paar Gebrechen - erst ist eine Mutter abgeflogen mit anschliessendem Versagen des Vorwaertsganges, dann ist mir mitten auf einer 6-spurigen Kreuzung die Pedale abgekracht - ich verspuerte in dem Moment doch ein leichtes Gefuehl von Panik - aber alles ging gut aus, keine Sorge, fahrende Reparaturwerkstatt brachte alles fuer 5 Euro wieder ins Lot.
Der Ausflug an sich war absolut klasse, zwischendurch gabs sogar Kartoffelpuffer, fast wie bei Mama, das war sooooo lecker. Haben uns einen Ueberblick verschafft vom historisch wertvollen Herzen Chinas und einem Haufen Chinesen Bilder von 2 verrueckten Europaern zum Rumzeigen bei der naechsten Party geliefert.
Den zweiten Vorfall, den ich auch mein Leben lang nicht vergessen werde, kann ich euch natuerlich nicht vorenthalten. Oeffnet euren Horizont und stellt euch folgende Szene vor:
Eure Blase ist voll mit Bier und Schnaps. Ihr habt alles an, was ihr in eurem Rucksack verstauen konntet (neben anderen essentiellen Dingen wie Wasser, Keksen, Stolz und Vorurteil, feuchten Tuechern). Ihr friert trotzdem. Eure Fuesse sind eiskalt, trotz Kuschelsocken, und die Blase drueckt unaufhaltsam. Um euch herum die Leiber 5 weiterer Abenteurer, dicht an dicht gedraengt um von der Koerperwaerme des anderen zu profitieren, und wenn es ein Pups ist. Ausserhalb eurer Behausung breitet sich die schier unendliche mongolische Steppe aus. Ihr liegt auf hartem Holz und einem Koernerkopfkissen in der totalen Dunkelheit, wartet auf die erloesende Betaeubung des Schlafes.
Ploetzlich faengt die Erde um euch herum an zu beben, in wilder Hast naehern sich bedrohliche Schlaege, die dich so in Angst versetzen, dass du sogar vergisst, dir in die Hosen zu machen. Es kommt naeher. Viel naeher. Du vergisst zu atmen. Es kommt...
verpasst euch knapp und donnert schwerschnaufend vorbei.
Und jetzt stellst du dir vor, dass ein paar Sekunden, nachdem man ausser Gefahr zu sein scheint, von ganz hinten rechts jemand die Worte von sich gibt:
"That ... ... ... was not a chicken."
3 Kommentare:
Tja, wenn ich hier schon angesprochen werde, muss doch auch gleich einen Kommentar hier lassen.
Maja hat sich mit dir allein durch Peking gefunden? Hm, eigentlich kann ich das nicht so richtig glauben. Aber he, in China ist anscheinend viel mehr möglich als hier in Deutschland.
Ah, noch eine Frage: Warum schleppt ihr eigentlich "Stolz und Vorurteil" (egal ob als DVD oder Buch) in einem total vollgepackten 3-Tage-Trip mit?
Naja, ni so schlimm.
Ja, macht Spaß eure Erlebnisse zu lesen und ich freue mich immer schon auf die nächsten Berichte.
Grüße an euch alle.
Januar, ja, da habt ihr mich auch noch auf dem Hals, wird bestimmt lustig.
Max
ey, max, nor, meine Orientierung hier ist wirklich der Hammer. Da kannst du wirklich stolz auf mich sein!
Was heißt hier "Kartoffelpuffer, fast wie bei Mama ???" Das kann nicht sein, dass ein Chinese so tolle "Klitscher" macht, wie ich !!!
Aber da sieht man wieder mal, wie schnell man sich "umgewöhnen" kann !
Hauptsache, sie sind Euch gut bekommen und Ihr hattet Spaß !
Viele liebe Grüße !
Mama
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