Montag, 6. Oktober 2008

Tianjin

Dank unseres Besuchs aus Klingenthal hatte ich am Wochenende das Vergnügen dem 3. Internationalen Akkordeon-Festival (Wettbewerb) in Tianjin beizuwohnen.


Tianjin ist 137 km von Beijing entfernt und mit dem Zug in 30 Minuten erreichbar. Soweit so gut. Mit dem Kauf von Zugtickets habe ich ja bereits Erfahrung. Blöd nur, dass die im Reisebüro mir keines nach Tianjin (und schon gar nicht zurück) verkaufen wollten. So blieb mir also nur noch eins übrig, am Samstagmorgen zum Südbahnhof zu fahren und dort auf gut Glück eine Fahrkarte zu erwerben. Ich also mit U-Bahn und Taxi zum Südbahnhof. Dort angekommen, dachte ich der Taxifahrer hat mich falsch rausgelassen. Sah das dort doch sehr nach Flughafen aus und nicht nach Bahnhof. Wie sich herausstellte, war ich doch richtig und bekam sogar ein Ticket. Wobei ich schon ein bisschen beleidigt war. Hatte ich doch extra den Satz "Wo yao mai yi zhang piao cong Beijing dao Tianjin" - ich möchte ein Ticket von Peking nach Tianjin kaufen - gelernt und schön aufgesagt, antwortet mir die Dame hinter dem Schalter plötzlich auf Englisch. Jedenfalls hatte ich mein Ticket und wollte zum Gleis - denkste, die -Zugänge zu den Gleisen werden erst 15 min vor Abfahrt des Zuges geöffnet. Hat den Vorteil, dass man nicht in den falschen Zug einsteigen kann (funktioniert alles automatisch über Ticket und Lesegerät - vermutlich über RFID, denn ein Barcode ist auf'm Ticket nicht zusehen). Irgendwann saß ich dann im Zug, vorher konnte ich aber noch sehen, wie die Sitze in Fahrtrichtung gedreht wurden - coole Erfindung, denn dadurch ist auch mehr Beinfreiheit garantiert. Das Beste überhaupt war aber, dass im Ticketpreis auch noch eine kleine Flasche Mineralwasser enthalten ist, die einem die freundlichen Zugbegleiterinnen an den Platz bringen.
In Tianjin angekommen, holte Nadja mich am Bahnhof (fast hätte ich Flughafen geschrieben) ab. Wir fuhren ins Hotel, in dem es auch ein Mittagessen gab. Interessanterweise, bekamen wir unseren gebratenen Gemüsereis nur, nachdem wir mehrfach auf "unseren" Gastgeber gezeigt haben und dieser zu unserem Tisch kam. Plötzlich geht doch alles...
Nachdem Essen ging's zum Akkordeon Wettbewerb - ist schon interessant.
Anschließend hatten wir noch das Vergnügen die chinesische Gastfreundschaft zu genießen. WangXue - hat uns eine Führung durch die Kulturstraße in Tianjin gegeben und lud uns dann zum Essen zu sich nach Hause ein. Immerhin hat er seine Tante, bei der er wohnt, zwei Stunden vorher angerufen. Das Essen war lecker, kandierte Süßkartoffel, Hühnerbeinchen und Jaozi hmmmh.
Viel Zeit hatten wir leider nicht, denn wir mussten zurück zum Konservatorium, denn 19:00 Uhr gaben Julien Gonzales und Cyril Blanchard (den Kennern der Szene sind die beiden bestimmt ein Begriff) ein Konzert. Was sich da im Saal abspielte kann ich gar nicht mit Worten beschreiben. Schaut es Euch einfach an:

Um das Erlebte zu verarbeiten gingen wir noch ein bisschen spazieren. Kamen nur bis zum nächsten Supermarkt, in dem es super leckere Schokokekse gab und -haltet Euch fest - es gab auch Sauerkraut von Kühne, Saure Gurken, Salatfix und Marmelade von Schwartau Extra. Da ich nicht alles mit nach Beijing nehmen konnte (meine Handtasche wäre sonst echt schwer geworden) kam es also, dass ich zwei Gläser Sauerkraut mit nach Beijing gebracht habe. Ihr glaubt nicht wie sich meine Lieblingsmitbewohnerin gefreut hat.

Der Sonntag war total verregnet, so dass ich es vorzog doch nochmal mit zum Wettbewerb zu gehen und erst am Nachmittag mit Nadja nochmal in Ruhe durch die Kulturstraße spazierte. Dann hieß es auch schon wieder Abschied nehmen - mein Zug ging wieder zurück nach Beijing und Nadja musste zur Abschlusszeremonie und zum anschließenden großen Essen (vielleicht kannst Du ja nen kurzen Kommentar zum Essen schreiben, Nadja?).
An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Nadja und Thomas für das Wochenende in Tianjin bedanken.

Jetzt wisst ihr also, was ich am Wochenende so getrieben habe. Nun heißt es aber wieder Zeichen lernen, denn die Uni ist heute wieder los gegangen.

2 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Liebe Grüße nach Beijing. Sind heut Nacht gut wieder gelandet.War etwas traurig, als ich heute mein Müsli ncht mit Stäbchen essen konnte und kein Reis zur auswahl stand, aber ich denke ich war noch satt vom großenj Festmahl. Es gab wie immer zahlreiche Gerichte und auch Meeresgetier. genauer kann ich es nicht definieren... es war ein lustiger Abschlussabend. aber das leckerste an diesem Abend waren die 2 Tafeln " der besten Schokolade der Welt", welche mir Philippe zum Abschluss schenkte.. ich kann euch sagen... sehr lecker.


also dann war eine schöne Zeit mit euch, leider viel zu kurz.
bis demnächst!
nadja

Anonym hat gesagt…

Hallo Tanja, tolle Sache mit dem Internet-Tagebuch. Ich freue mich, dass es dir gut geht und sich deine Erwartungen scheinbar erfüllt haben. Viele Grüße aus Berlin (bin heute und morgen Putzkolonne für Azubi-Wohnung) und natürlich Grüße aus Sachsen.

Rosita Schwan