Sonntag, 19. April 2009

Baumarkt, Zoo und Gartenstadt

Beginnen wir mit dem letzten Arbeitstag der Woche. Kurzes Meeting und dann Auftrag zum Shoppen. Da schlägt das Frauenherz höher, werdet ihr denken. Aber nein, das Männerherz sollte höher schlagen, denn es ging in den Baumarkt. Der chinesische Baumarkt, eigentlich ein englischer (B&Q) , nimmt sich nichts von denen die wir aus Deutschland kennen. Nur dass er wesentlich leerer war. Wir gleich zu den Rohren die wir kaufen wollten. Nun stellt sich allerdings die Frage, welchen Durchmesser kaufen? Gemessen hatten wir einen max. Durchmesser von 60mm (mehr Platz ist nicht), es gibt aber nur Rohre mit 50mm und 75mm. Welches Rohr packt der Chinese in den Einkaufswagen? - Natürlich das größere, man kann ja nie wissen. Konnte den Kauf gerade noch vermeiden und dafür sorgen das kleinere Rohr zu nehmen. Am Nachmittag wurde dann gebastelt.

Den Samstag verbrachte ich außnahmsweise mal in Wuxi, hier gibt es schließlich auch noch ein paar Sehenswürdigkeiten. Ich war in einem Park mit angeschlossenem Zoo. Zuerst wollte ich mir selbst einen Eindruck davon verschaffen, wie chinesische Zoos beschaffen sind. Naja, und was soll ich sagen, wie viele andere Westler war auch ich nicht begeistert. Die Gehege sind in der Regel ein bisschen kleiner als bei uns. Aber viel schlimmer ist der große Rest drumherum. Karuselle, Schießbuden - alles was Lärm macht. Dann noch die Besucher, die in die Gehege rein rufen und die Tiere mit allen möglichen Dingen füttern - ein Bär bekam Eistee. Leider sind die Eltern oft schlimmer als die Kinder.
Habe den Zoo also schnell wieder verlassen, hat mir gereicht, was ich gesehen habe und wollte mich schnell dem Angenehmen -dem Park widmen. Spazierte ein bisschen und schaute mir den Park an, als mich ein chines. Pärchen nach dem Weg fragte und wissen wollte, ob ich chinesich kann - sonst ist es umgekehrt. Da die beiden eine Karte hatten schloss ich mich an und klapperte die restlichen Sehenswürdigkeiten mit ihnen ab.
Nachmittags war ich noch schnell einkaufen und kam mir vor als wäre ich im Zoo. Stehe im Supermarkt auf der Rolltreppe, vor mir ein Mutter mit zehnjährigem (?) Sohn. Jener Sohn zeigt doch tatsächlich mit dem Finger auf mich und lacht laut. Die Mutter hat natürlich nichts gemacht. Diesmal waren keine Affen in der Nähe, die von mir ablenken konnten - leider.

Heute zum Sonntag wollte ich wieder raus aus Wuxi und traf mich mit Alin in der Gartenstadt Suzhou. Leider war es kein Sonnentag, sondern hat die ganze Zeit geregnet- je später es wurde, umso heftiger wurde der Regen. Erstes Erlebnis war der Weg vom Bahnhof zum Treffpunkt. Die Menschenschlange am Taxistand war mir zu lang und ich wollte schon laufen, ließ mich dann aber doch überreden mit einer Rikscha zu fahren. Kurzzeitig bangte ich um mein Leben, aber das gehört ja hier zum Alltag und das Bangen ist in der Regel schnell vorbei.
Aufgrund kurzzeitiger Orientierungslosigkeit schafften Alin und ich nur einen Garten, der sehr schön war und bei Sonne noch viel schöner sein muss, und das Suzhou-Opern-Museum - inkl. Aufführung.
Dann war es auch schon wieder Zeit zum Bahnhof zu gelangen. Wir wussten es wird schwierig ein Taxi zu bekommen - schließlich regnete es - und planten etwas mehr Zeit ein. Als es aussichtslos schien, hielt neben uns eine motorisierte Rikscha. Wir handelten schnell einen Preis aus und stiegen ein. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht ahnen, dass wir wenige Minuten später einen "Zusammenstoß" mit der Staatsgewalt haben würden. Wir passierten eine Kreuzung und ich höre und sehe gerade noch, wie ein Polizist angerannt kommt und den Fahrer stoppen will. Rikschafahrer gab Gas und fuhr weiter. Plötzlich drängt uns ein schwarzer Wagen ab und bringt die Rikscha zum stoppen. Hinter uns kommt der Polizist angerannt. Rikschafahrer will wieder gasgeben und an dem schwarzen Wagen vorbei fahren. Polizist ist inzwischen eingetroffen und zerrt den Fahrer vom Sattel. Wir immer noch hinten drin, waren schon dabei die Tür zu öffnen und uns zu verdünnisieren. Ist uns dann auch zum Glück noch gelungen.
Jetzt sind wir zwar ein Stück vorwärts gekommen und mussten noch nicht einmal was bezahlen, aber der Bahnhof scheint noch zu weit weg zu sein. Also mussten wir erneut nach einer Mitfahrgelegenheit suchen. Alle Taxis besetzt, genauso wie die Fahrradrikschas. Mist. Sehen plötzlich unsere Motorrad-Rikscha wieder, diesmal aber mit einem Polizist als Fahrer. Und dann, steht sie da, eine leere Fahrradrikscha, die bereit ist uns zum Bahnhof zu bringen.
Wir waren uns nicht sicher, wie oft wir das Spiel jetzt noch betreiben müssten um unser Ziel zu erreichen, aber diesmal ging alles gut. Ein bisschen mulmig war uns schon, denn wir konnten nix sehen - zum Schutz vor dem Regen war die gesamte Rikscha mit Vorhängen zugezogen.
Am Bahnhof trennten sich unsere Wege dann wieder - Alin fuhr zurück nach Shanghai und ich nach Wuxi.
In Wuxi musste ich nochmal ne halbe Stunden auf ein Taxi warten, hier gibt es nämlich keine Rikschas.

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