Samstag, 22. August 2009

Hi ihr Treugebliebenen,
da bin ich wieder.
Moechte nun auch Tanjas letzten Eintrag bestaetigen, auch ich habs nach Hause geschafft, und ich kann nur sagen, dass es einfach himmlisch ist.
Werde nun von meiner Family langsam wieder in die Gesellschaft eingefuehrt, aufgepäppelt und bemühe mich auch um eine glatte Eingewöhung.
Leider zuckt meine Hand immer noch zum Muelleimer beim Toilettengang, ich hab schon Nackenverspannungen vom Gucken wo denn nun die ganzen Leute sind und Atmungsstoerungen von der ganzen frischen Luft.

Auf den ersten Blick sieht alles aus wie immer, aber es ist doch viel passiert. Menschen sind von uns gegangen, die wir schmerzlich vermissen werden.

Mein Paps meinte: Jetzt bist du wieder in der Realitaet angekommen. Dann hat er mich an die Hand genommen und mir gezeigt, wie man im Getraenkemarkt Pfandflaschen abgibt.

Ich moechte mich bei allen bedanken, die mich in diesem Jahr unterstuetzt haben, die sich meine Klagen und Geschichten angehoert haben und mir von zu Hause aus den Ruecken frei gehalten haben. Ich hab euch lieb.

Ich weiss nicht recht, was nun mit unseren Blog geschieht - Tanja? Vielleicht wird er ja wiederbelebt, wenn es einen von uns wieder mal nach China verschlaegt? Ich denke ich werde mich von Zeit zu Zeit noch einmal melden, Gedanken und Erinnerungen aufschreiben, einfach wenn mir noch etwas in den Kopf schiesst.

Haltet die Ohren steif!
Eure Suzzan

Freitag, 21. August 2009

Back to Germany

Da sind wir wieder!

Jetzt ist das Jahr schon vorbei, wir haben viel erlebt und Euch versucht so gut es ging an unseren Erlebnissen teilhaben zu lassen.

Die Heimreise haben wir soweit gut überstanden, aber sind total müde (ich denke, ich kann da auch für Suzzan sprechen)!

Wir freuen uns, Euch alle in den nächsten Tagen wieder zu sehen!

Eure Tanja

Sonntag, 16. August 2009

Letzte Tage in China

Liebe Leser,
lang lang ist der letzte Eintrag her, aber seit dem waren meine Eltern zu Besuch und war selbst auch schon wieder unterwegs. Gerade sitze ich in Dalian, aber zurueck zum Anfang. Soweit ich mich erinnere gab es die letzte Nachricht aus Macau. Dort war ich noch im Meer schwimmen (mit typisch chines. Bikini - Fotos werden allerdings nicht veroeffentlicht!), sonst ist nix weiter passiert. Ich konnte wieder aufs chinesische Festland einreisen und verbrachte noch zwei Tage in Shanghai.Dann fuhr ich nach Beijing, mit all meinem Gepaeck und war ganz schoen aufgeregt, denn am 27.07. holte ich meine Eltern am Flughafen ab. Nach fast einem Jahr, ein freudiges Wiedersehen.
Wir verbrachten 1.5 Wochen in Beijing und machten noch einen 2-Tages-Ausflug nach Xian, zu den Terrakotta Soldaten. Das war noch mal ein Abenteuer, mit dem Nachtzug von Beijing nach Xian und dann Flug zurueck. In Xian waren wir 2 Stunden auf der, 14km langen, Stadtmauer mit dem Fahrrad unterwegs. Das war ganz schoen anstrengend, vorallem bei den Temperaturen. Am heissesten war es aber dann doch in Beijing, wir waren alle ganz schoen geschafft, nach dem taeglichen Sightseeing!

Am 09. August hiess es wieder Abschied nehmen, aber diesmal nur fuer 11 Tage.
Inzwischen war Alin in Beijing eingetroffen und wir starteten am 10.August gemeinsam gen Norden. Erster Stop: Shenyang. War mal kurzzeitig Hauptstadt, unter den Qing, daher gab es dort auch einen Kaiserpalast - wie in Beijing, nur in klein.

In Shenyang waren wir aber nur 2 Tage und sind dann weiter nach Dalian gefahren. Hm, so richtig wissen wir nicht was wir von der Stadt halten sollen. Das Zentrum ist ganz schoen klein, man kann alles erlaufen...... aber daran werden wir uns wohl gewoehnen muessen ;)

Es gibt aber Straende, wir hatten uns auch schon ganz sehr darauf gefreut...... und waren total entsetzt, als wir ankamen. Das war kein Strand, was wir da vor fanden. Es handelte sich dabei eher um einen vermuellten Campingplatz: Ganz viele Zelte, damit man nicht direkt in der Sonne liegt und neben den Zelten haeuften sich Muellberge. So schnell wollte ich noch von keinem Ort in China weg. Gestern machten wir einen Ausflug nach Klein-Guilin, war ganz nett, aber sehr sehr touristisch.Fuer hee hatten wir eine Tour nach Lu Shan gebucht, waren uns aber nicht bewusst, dass es sich dabei um ein Militaerisches Schutzgebiet handelt, in das Auslaender nicht hin duerfen. Unser Herbergsvater wusste dies allerdings auch nicht, sonst haette er uns die Reise vermutlich auch nicht angeboten (wir scheinen sowieso die ersten auslaendischen Gaeste in diesem Hotel zu sein). Statt nach Lu Shan machten wir eine Tour zum Golden Pebbel Beach (?), das war sehr merkwuerdig. Es gab nen Motorboot-Trip, der uns zu teuer war, einen Golfkurs (3 Abschlaege/Person), zwei Schuss bei einem Schiessstand, ein Wachsfigurenkabinett (mit ganz schlechten Figuren) und eine Ausstellung mit Mao Zedong-Ansteckern. Also insgesamt ein interessanter Ausflug!
+
Morgen Abend geht es zurueck nach Beijing, dort bleiben mir noch 2 Tage bis zum Heimflug.
Ichfreue mich ganz doll auf Euch!
Haltet euch bereit, demnaechst klingel ich an Eurer Tuer.

Bis bald
Tanja

Montag, 20. Juli 2009

Ein Lebenszeichen aus Macau

Mir gehts immer noch gut. Heute habe ich das chinesische Festland wieder verlassen und bin nach Macau ausgereist.

Da es letztlich Probleme bei der Bearbeitung des Blogs gab, hier eine kurze Zusammenfassung der letzten 10 Tage.
Die Zeit in Honkong war super schoen. Wetter prima, Sonne, blauer Himmel, Meer- was will man mehr?
Auf einer, zu Honkong zugehoerigen Insel, Lantau, traf ich zwei Dresdner. Was fuer ein Zufall.

Nach 3 Tagen Honkong bin ich am 10.07. wieder eingereist und verbrachte 2.5 Tage in Shenzhen. Hier gab es ausser Vergnuegungsparks nicht viel zu sehen. Ich machte eine Weltreise im WINDOW of the WORLD (dem Fenster der Welt) und begab mich auf Safari.
Von Shenzhen ging es am 12.07. weiter nach Guangzhou.
Auch Guangzhou (in der Provinz Kanton) hat nicht so wahnsinnig viel zu bieten. Einen Fluss und einen Berg. Auf dem Fluss machten wir eine Nachtfahrt und sahen die Stadt im Dunkeln. Vorher hatte ich den Berg bestiegen, okay ein Stueck mit der Seilbahn, aber bei 38 Grad sind auch schon ein paar Meter ganz schoen anstrengend. Dafuer bin ich den ganzen Weg nach unten gelaufen, was super schoen war, denn der Weg war ein richtiger Waldweg.
14.07. ich setzte bzw. legte mich in den Nachtbus - Liegebus nach Guilin. Klingt im ersten Moment fuer eine super Idee, aber die Busse sind definitiv nur fuer Chinesen geeignet. Die Betten sind gerade mal 50 cm breit.
In Guilin traf ich Karo und Anja aus meinem Kurs (nicht zufaellig). Wir machten die Schifffahrt auf dem Li Fluss nach Yangshuo, was traumhaft schoen war und fuhren dort mit dem Rad. Herrlich, vorbei an Reisfeldern, mussten anhalten, weil Enten und Entchen die Strasse ueberquerten. Wir mussten auch am Rand entlang fahren, als uns die Wasserbueffel entgegen kamen. Aber es bestand nie Gefahr. Nicht mal als wir abends im stockdunkeln die Landstrasse entlang fuhren. Wir hatten einen Guide dabei, die uns zeigte wo es lang ging - wenn wir sie sehen konnten, denn natuerlich gibt es kein Licht an Chinesischen Fahrraedern.
Ein anderer Ausflug ging nach Longcun (?), dort besuchten wir, in einer Reisegruppe, zwei Minderheiten-Doerfer und besichtigten die Reisterrassen. Auch das war super schoen.

So, nun sind wir gestern Abend zu dritt im Liegebus nach Guangzhou (zurueck) gefahren. Ich kann Euch sagen, dass ist kein Spass, wenn der Chinese der Meinung ist kuscheln zu wollen. War ja auch nicht so schon warm genug. Wir lagen ganz hinten, ueber dem Motor -oder was auch immer- jedenfalls war es von unten verdammt heiss und von oben kalt wegen der Klimaanlage. Also doch zu decken, schoen warm... und dann noch der Chinese, den auch mein Ellenbogen und Knie nicht gestoert hat.
Nach wenig Schlaf kamen wir (Karo, Anja und ich) in Guangzhou an und trennten uns nach dem Fruehstueck. Die beiden bleiben noch 2 Tage da, ich bin weiter nach Macau. Nach 2.5 Stunden Busfahrt musste ich wieder durch die Ausreise Formalitaeten und dann irrte ich noch ewig mit dem oeffentlichen Bus umher, bevor ich mein Hostel fand. Am Ende nahm ich ein Taxi.
Das Hostel ist sehr suess. Aber auch sehr alt, was schon angekuendigt war. Das Haus, 100 Jahre und seit den 30er Jahren hat sich nicht viel veraendert. Dusche und Toilette teilen sich alle Gaeste. Aber es ist sauber, und das wichtigste, es ist billig!

Am 23.Juli fliege ich nach Shanghai zurueck, bleibe noch zwei Tage, bevor ich nach Beijing aufbreche und meine lieben Eltern am 27.07. vom Flughafen abhole *freu*!!!!

So, jetzt muss ich mal schauen, ob es meine Bank in Macau gibt, damit das Geldabheben nicht so teuer wird. Ausserdem hab ich keine Ahnung, was das Internetcafe hier kostet.
Als machts gut. Hab Euch lieb.

Dienstag, 7. Juli 2009

Ich bin's

Juhu. Heute bin ich in Hongkong gelandet. Fuenf Minuten vor Feierabend bei der Visabehoerde eingetroffen und ich kam sogar noch dran. Was fuer ein Glueck.
Der Tag startete mit einem Flug von Shanghai nach Shenzhen. Erst musste ich tausend Formulare ausfuellen, dass ich in den letzten Tagen auch ja keinen Kontakt mit einem Schweinegrippen-Patienten hatte. Aber dann ging es ganz einfach mit dem Bus nach Hongkong, dieser hielt zufaellig auch noch vor einem Citibank Geldautomaten, so dass ich auch noch an Hongkong Dollar kam.
Fuenf Minuten vor Feierabend traf ich dann auf der Visa-Behoerde ein und kam tatsaechlich noch dran, d.h. konnte meine Unterlagen abgeben.
Wie befuerchtet muss ich nochmal ausreisen, die Alternative waere auf die Behoerden in Shanghai oder anderswo auf China Festland zu vertrauen, dass sie mein Touristenvisum verlaengern. Da geh ich aber doch auf Nummer sicher und fahr nochmal einen Tag nach Hongkong. Da werde ich meine Reiseplanung zwar noch einmal umstellen muessen, aber wir sind ja flexibel.
Heute Abend traf ich mich dann noch mit Anika, einer Kommilitonin aus Beijing, die gerade in Hongkong Praktikum macht.
Ich kann Euch also sagen, mir geht es gut.
Die naechsten Eintraege werden dann sicher wieder ueber Deutschland online gestellt
(anders als auf dem Festland, ist blogspot hier in Hongkong naehmlich frei zugaenglich).

Montag, 29. Juni 2009

Abenteuer in China Teil 3

Nach Teil 1 - Studium in Beijing und Teil 2 - Praktikum in Wuxi, beginnt nun Teil 3 meines Abenteuers in China  - Die große Reise.

Am Freitag war mein letzter Arbeitstag, der mit einem Abschiedsessen und ein wenig Wehmut geendet hat. Bereits am Samstag brachte ich die Hälfte meines Gepäcks, einen Koffer, nach Shanghai. War ganz praktisch, denn abends war Suzzans Geburtstagsparty. Sonntagabend, zurück in Wuxi ging es ans packen der letzten Sachen und tatsächlich musste ich nochmal ein Päckchen schicken, die vielen Bücher (1.200 Seiten Ken Follet sind einfach zu dick)...
Morgen früh ist es dann soweit, 10:55 Uhr verlasse ich, per Zug, Wuxi in Richtung Shanghai. Dort werde ich eine Woche von lieben Freunden aufgenommen. DANKE! 

Am 07.07. fliege ich nach Shenzhen, dort nehme ich den Bus nach Hongkong und bleibe 3 Tage um ein Touristenvisum für China zu erhalten. Wenn alles gut geht, muss ich nicht noch ein zweites Mal ausreisen und kann meine weitere Reise, wie geplant durchführen. Da ich dies aber noch nicht weiß, habe ich erst mal bis 12.07. geplant. Zurück aus Hongkong werde ich vorerst 2 Tage in Shenzhen verbringen.
In Hongkong habe ich selbst wieder Zugriff auf den Blog und werde versuchen Euch zu berichten, wie es weitergeht.
Also dran bleiben, es bleibt spannend.
Tanja

Mittwoch, 24. Juni 2009

Typisch Cina

Man denkt, man kennt sich aus nach 10 Monaten. Aber nein, da schreck ich immer noch zurueck, wenn der sterbende Fisch in der Plastiktuete im letzten Aufbaeumen von der Waage direkt auf meinen Fuss runterstuerzt (war nicht mein Einkauf!), ich krieg immer noch ein schlechtes Gewissen wenn meine chin. Freundin Paula ein Kostuem mit extra Hose beim Schneider fuer meine Freundin Alin mit den Waffen eines Maedchens (Riesen Kulleraugen, zitternde Unterlippe, knallharte Argumente) auf 40 Euro runterhandelt und ich werd immer noch mordmaessig wuetend in der UBahn weil keiner der 15-jaehrigen Kerle aufsteht um Platz fuer die 100-jaehrige Oma zu schaffen (da hoerts bei mir auf!). Aber 2 Ereignisse dieser Woche verdienen aufgrund ihrer Kuriositaet noch einmal meine ganze Aufmerksamkeit. Nummer 1: Es ist Mittwoch, 10 nach 18 Uhr, Susi trifft zu Hause ein. Schluessel ins Schloss, auf die Tuer, und dann ploetzlich der Gedanke: "????" - "??????"- "??????????""?????????????????????????????"Nee is klar. Vor mir eine Schutthalde. Ich dachte schon die Decke ist runtergekommen. Gar nicht mal so daneben. Direkt neben meiner Eingangstuer befindet sich naemlich meine Kochinsel (Abzugshaube mit Brett) die umsaeumt ist von weissen Fliesen. Diese Dinger hatten schon vor einiger Zeit damit begonnen, ein gewisses Eigenleben zu entwickeln und ca. 1cm von der Wand abgestanden (also in so ner Beule von oben dan unten, eine getragen durch die andere) - der Sturm die Woche hat sein restliches getan, durch die offenen Fenster gefegt und sie auf wundersame Weise zu Boden befoerdert wo sie in 1000 Stuecke zersplittert sind. Und das war nicht nur eine. Plus die 100 Tonnen Beton die hinten als Klebstoff angebracht waren.Nummer 2. Der naechste Morgen, 7 Uhr. Meine Ohren sind ja nun schon an den anhaltenden Baulaerm gewoehnt, man entflieht ihm oder hoert Musik mit Kopfhoerern. Aber dieses Mal wars anders. Zuerst konnte ich es nicht genau definieren, was da keinen Sinn machte. Ich lag in meinen Bett und vernahm nervtoetende klopfende Geraeusche direkt neben meinem Kopf. Schoen und gut. Ich denk noch, klingt nach ganz schoen unqualifizierten Arbeitern (waren 2), mal hier mal da, irgendwie ohne Plan.Aber was stoert mich denn da an der ganzen Geschichte? Irgendwas kann da nicht stimmen.Waehrend ich so an meiner Wasserflasche nuckle, die Erleuchtung: Mein Zimmer grenzt direkt an eine Aussenwand. Dahinter ist nichts. Ich wohn im 21. Stock, dahinter ist nur heisse Luft. Was machen die da????Mit zerknautschten Gesicht bahne ich mir meinen Weg durch die Schutthalde (stimmt, hatte gestern keinen Bock gehabt das aufzuraeumen), oeffne mein Badfenster, nehme allen Mut zusammen, steck den Kopf raus und erschrecke zu Tode. Ich starrte direkt in die dunklen Augen eines Chinesen. Mein Gedanke: "????" "?????" "??????????"wurde unterbrochen von der Erkenntnis was da vor sich geht. Die beiden Herren sassen auf Holzbrettchen und wurden von einem Seil, das vom Dach runter gelassen war, gehalten. Beide hatten ihr Werkzeug in der Hand und klopften mit schnellen und geuebten Bewegungen die Aussenwand ab, um die gefakten Steine draussen zu ueberpruefen - klingen die hohl und fallen bald ab? Clever und ganz schoen ausgefuchst.Soviel zu meinen Erlebnissen diese Woche.Ansonsten alles roger - hab inzwischen alle restlichen Fliesen fein saeuberlich von der Wand abgenommen und meinen Vermieter Bescheid gesagt, mal schauen wann der mal vorbei kommt. Jetzt ist es Sonntag frueh, na gut Mittag, ich teste gleich mal die Luftfeuchtigkeit draussen (gestern war es unertraeglich heiss bis ca. 16 Uhr, als es in Stroemen, ich sage euch in Stroemen, mit Donner und Blitz und einem Haufen Wasser, anfing zu regnen. War natuerlich gerade draussen unterwegs und wurde klitschnass, so richtig klitschnass, auf der Suche nach einem Unterstand.)Oh jetzt lassen sie gerade Feuerwerk abbrennen.Schoen laut.
Suzzan