Dienstag, 5. Mai 2009

Qingdao - ein kleines Stück Heimat

Endlich mal wieder ein langes Wochenende und die Gelegenheit etwas weiter wegzufahren.

Lu Shanli und ich nutzten dann auch gleich die Chance und setzten uns am Freitagmorgen in den Flieger nach Qingdao.
Wie ich gerade gelesen habe, verpassten wir den "previous Germany chancellor Gerhard Fritz Kurt Schröder " nur um zwei Tage.

Nun ja, hier erst einmal ein paar Fakten zur Stadt:
Qingdao, auch Tsingtao oder Tsingtau : 8 Mio Einwohner, Austragungsort der olympischen Segelwettbewerbe, 1897 -1914 deutsche Kolonie (seit dieser Zeit gibt es auch gutes Bier in China).

Freitagmittag sind wir also gelandet und im Hostel eingecheckt. Dann gleich ab Richtung Strand. Auf dem Weg dahin kamen wir an Gebäuden in vertrauter Architektur vorbei: einer Kirche, dem ehemaligen Sitz des deutschen Governeurs und sogar an einem Fachwerkhaus. Am Strand waren uns dann allerdings zu viele schwarzehaarige Köpfe, so dass wir unsere Erkundungstour in der Stadt fortsetzten.
Sehr auffällig, die Stadt ist hügelig - für mich die erste Stadt hier in China, total ungewohnt und dann auch noch am Meer. Wir gönnten uns dann einen Kaffee an einem anderen untypischen Platz, auf dem Marktplatz vor einer Kirche. Schön war's!
Später besuchten wir die Brauerei - hin kamen wir mit einem Dreirad (inzwischen dürften wir alle Fortbewegungsmittel getestet haben). Nach einem frischgezapften Bier machten wir uns wieder auf zum Strand, um dort einen gemütlichen Abendspaziergang zu machen und ließen uns auch von ein bisschen Regen nicht abhalten. Belohnt wurden wir mit einem Blick auf die beleuchtete Küste.

Samstagmorgen, 06:00, der Wecker klingelt und ohne Frühstück ging's los zur Bushaltestelle (auf dem Weg aßen wir Baozi), um mit dem Bus zum Lao Shan zu fahren. Nach 2 Stunden Busfahrt kamen wir in dem Gebirge, im Osten Qingdao's an und die Wanderung konnte beginnen. Eigentlich war es ja eher Bergsteigen, denn der ganze Weg nach oben bestand aus Stufen.

Auch in Qingdao sind Ausländer etwas besonderes und viel zu viele Leute wollten wieder Fotos mit uns machen und als sich gegen 11:00 Uhr die Menge der Menschen verfünffachte traten wir den Rückzug an. Bis dahin hatten wir schon einiges erlebt und gesehen- einen Berg bestiegen, einen Tempel besichtigt und einen Wasserfall gesehen.

Es war dann auch Zeit zum ausruhen und so legten wir uns an den Strand und ließen die Sonne auf uns scheinen. Zwischendurch beobachteten wir noch all die Brautpaare, die sich gerade ablichten ließen. Ich glaub das war der Hochzeitsstrand. Da wurde echt alles aufgefahren, vom weißen Flügel über einen Schimmel, der auf den Felsen stand und einem weißen Hund.

Nach erneuten zwei Stunden Busfahrt (stehend) kamen wir endlich in der Stadt an und machten, auf der Suche nach einem Kaffee einen Spaziergang entlang der Strandpromenade. Und beinah hätte ich unser Abenteuer vergessen. Vor dem Spaziergang entschieden wir uns spontan für eine Motorbootfahrt. Das war ein Spaß, vorallem als Lu Shanli das Motorboot gelenkt hat .
Der Abend endete früher als gedacht, aber gegen die Müdigkeit kann man nix machen...
... kurzzeitig dachten wir daran die Nacht durchzumachen, um am Sonntagmorgen die Sonne über dem Meer aufgehen zu sehen. Da wir aber in der Bar, trotz Livemusik, fast eingeschlafen sind, fuhren wir dann doch ins Hostel und legten uns schlafen. Vorsichtshalber stellten wir den Wecker auf halb vier (uns wurde gesagt, Sonnenaufgang sei gegen vier) - nur damit wir theoretisch die Chance nutzen könnten doch noch einen Sonnenaufgang am Strand zu sehen. Wie erwartet schalteten wir den Wecker nach dem ersten klingeln und einer kurzen Absprache sofort aus.
War auch gut so, denn so waren wir am Sonntag ausgeschlafen, für unser ausgiebiges Frühstück im Hostel *lecker* und den Strand-Tag.
Hm, war das ein schönes Wochenende - hätten direkt noch ein zwei Wochen anhängen können, hmm.
Nun ja, aber auch das lange Wochenende ging vorüber und wir ließen es in Shanghai bei einem Essen mit Alin und Susann ausklingen.

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