Samstag, 22. August 2009
da bin ich wieder.
Moechte nun auch Tanjas letzten Eintrag bestaetigen, auch ich habs nach Hause geschafft, und ich kann nur sagen, dass es einfach himmlisch ist.
Werde nun von meiner Family langsam wieder in die Gesellschaft eingefuehrt, aufgepäppelt und bemühe mich auch um eine glatte Eingewöhung.
Leider zuckt meine Hand immer noch zum Muelleimer beim Toilettengang, ich hab schon Nackenverspannungen vom Gucken wo denn nun die ganzen Leute sind und Atmungsstoerungen von der ganzen frischen Luft.
Auf den ersten Blick sieht alles aus wie immer, aber es ist doch viel passiert. Menschen sind von uns gegangen, die wir schmerzlich vermissen werden.
Mein Paps meinte: Jetzt bist du wieder in der Realitaet angekommen. Dann hat er mich an die Hand genommen und mir gezeigt, wie man im Getraenkemarkt Pfandflaschen abgibt.
Ich moechte mich bei allen bedanken, die mich in diesem Jahr unterstuetzt haben, die sich meine Klagen und Geschichten angehoert haben und mir von zu Hause aus den Ruecken frei gehalten haben. Ich hab euch lieb.
Ich weiss nicht recht, was nun mit unseren Blog geschieht - Tanja? Vielleicht wird er ja wiederbelebt, wenn es einen von uns wieder mal nach China verschlaegt? Ich denke ich werde mich von Zeit zu Zeit noch einmal melden, Gedanken und Erinnerungen aufschreiben, einfach wenn mir noch etwas in den Kopf schiesst.
Haltet die Ohren steif!
Eure Suzzan
Freitag, 21. August 2009
Back to Germany
Jetzt ist das Jahr schon vorbei, wir haben viel erlebt und Euch versucht so gut es ging an unseren Erlebnissen teilhaben zu lassen.
Die Heimreise haben wir soweit gut überstanden, aber sind total müde (ich denke, ich kann da auch für Suzzan sprechen)!
Wir freuen uns, Euch alle in den nächsten Tagen wieder zu sehen!
Eure Tanja
Sonntag, 16. August 2009
Letzte Tage in China
lang lang ist der letzte Eintrag her, aber seit dem waren meine Eltern zu Besuch und war selbst auch schon wieder unterwegs. Gerade sitze ich in Dalian, aber zurueck zum Anfang. Soweit ich mich erinnere gab es die letzte Nachricht aus Macau. Dort war ich noch im Meer schwimmen (mit typisch chines. Bikini - Fotos werden allerdings nicht veroeffentlicht!), sonst ist nix weiter passiert. Ich konnte wieder aufs chinesische Festland einreisen und verbrachte noch zwei Tage in Shanghai.Dann fuhr ich nach Beijing, mit all meinem Gepaeck und war ganz schoen aufgeregt, denn am 27.07. holte ich meine Eltern am Flughafen ab. Nach fast einem Jahr, ein freudiges Wiedersehen.
Wir verbrachten 1.5 Wochen in Beijing und machten noch einen 2-Tages-Ausflug nach Xian, zu den Terrakotta Soldaten. Das war noch mal ein Abenteuer, mit dem Nachtzug von Beijing nach Xian und dann Flug zurueck. In Xian waren wir 2 Stunden auf der, 14km langen, Stadtmauer mit dem Fahrrad unterwegs. Das war ganz schoen anstrengend, vorallem bei den Temperaturen. Am heissesten war es aber dann doch in Beijing, wir waren alle ganz schoen geschafft, nach dem taeglichen Sightseeing!
Am 09. August hiess es wieder Abschied nehmen, aber diesmal nur fuer 11 Tage.
Inzwischen war Alin in Beijing eingetroffen und wir starteten am 10.August gemeinsam gen Norden. Erster Stop: Shenyang. War mal kurzzeitig Hauptstadt, unter den Qing, daher gab es dort auch einen Kaiserpalast - wie in Beijing, nur in klein.
In Shenyang waren wir aber nur 2 Tage und sind dann weiter nach Dalian gefahren. Hm, so richtig wissen wir nicht was wir von der Stadt halten sollen. Das Zentrum ist ganz schoen klein, man kann alles erlaufen...... aber daran werden wir uns wohl gewoehnen muessen ;)
Es gibt aber Straende, wir hatten uns auch schon ganz sehr darauf gefreut...... und waren total entsetzt, als wir ankamen. Das war kein Strand, was wir da vor fanden. Es handelte sich dabei eher um einen vermuellten Campingplatz: Ganz viele Zelte, damit man nicht direkt in der Sonne liegt und neben den Zelten haeuften sich Muellberge. So schnell wollte ich noch von keinem Ort in China weg. Gestern machten wir einen Ausflug nach Klein-Guilin, war ganz nett, aber sehr sehr touristisch.Fuer hee hatten wir eine Tour nach Lu Shan gebucht, waren uns aber nicht bewusst, dass es sich dabei um ein Militaerisches Schutzgebiet handelt, in das Auslaender nicht hin duerfen. Unser Herbergsvater wusste dies allerdings auch nicht, sonst haette er uns die Reise vermutlich auch nicht angeboten (wir scheinen sowieso die ersten auslaendischen Gaeste in diesem Hotel zu sein). Statt nach Lu Shan machten wir eine Tour zum Golden Pebbel Beach (?), das war sehr merkwuerdig. Es gab nen Motorboot-Trip, der uns zu teuer war, einen Golfkurs (3 Abschlaege/Person), zwei Schuss bei einem Schiessstand, ein Wachsfigurenkabinett (mit ganz schlechten Figuren) und eine Ausstellung mit Mao Zedong-Ansteckern. Also insgesamt ein interessanter Ausflug!
+
Morgen Abend geht es zurueck nach Beijing, dort bleiben mir noch 2 Tage bis zum Heimflug.
Ichfreue mich ganz doll auf Euch!
Haltet euch bereit, demnaechst klingel ich an Eurer Tuer.
Bis bald
Tanja
Montag, 20. Juli 2009
Ein Lebenszeichen aus Macau
Da es letztlich Probleme bei der Bearbeitung des Blogs gab, hier eine kurze Zusammenfassung der letzten 10 Tage.
Die Zeit in Honkong war super schoen. Wetter prima, Sonne, blauer Himmel, Meer- was will man mehr?
Auf einer, zu Honkong zugehoerigen Insel, Lantau, traf ich zwei Dresdner. Was fuer ein Zufall.
Nach 3 Tagen Honkong bin ich am 10.07. wieder eingereist und verbrachte 2.5 Tage in Shenzhen. Hier gab es ausser Vergnuegungsparks nicht viel zu sehen. Ich machte eine Weltreise im WINDOW of the WORLD (dem Fenster der Welt) und begab mich auf Safari.
Von Shenzhen ging es am 12.07. weiter nach Guangzhou.
Auch Guangzhou (in der Provinz Kanton) hat nicht so wahnsinnig viel zu bieten. Einen Fluss und einen Berg. Auf dem Fluss machten wir eine Nachtfahrt und sahen die Stadt im Dunkeln. Vorher hatte ich den Berg bestiegen, okay ein Stueck mit der Seilbahn, aber bei 38 Grad sind auch schon ein paar Meter ganz schoen anstrengend. Dafuer bin ich den ganzen Weg nach unten gelaufen, was super schoen war, denn der Weg war ein richtiger Waldweg.
14.07. ich setzte bzw. legte mich in den Nachtbus - Liegebus nach Guilin. Klingt im ersten Moment fuer eine super Idee, aber die Busse sind definitiv nur fuer Chinesen geeignet. Die Betten sind gerade mal 50 cm breit.
In Guilin traf ich Karo und Anja aus meinem Kurs (nicht zufaellig). Wir machten die Schifffahrt auf dem Li Fluss nach Yangshuo, was traumhaft schoen war und fuhren dort mit dem Rad. Herrlich, vorbei an Reisfeldern, mussten anhalten, weil Enten und Entchen die Strasse ueberquerten. Wir mussten auch am Rand entlang fahren, als uns die Wasserbueffel entgegen kamen. Aber es bestand nie Gefahr. Nicht mal als wir abends im stockdunkeln die Landstrasse entlang fuhren. Wir hatten einen Guide dabei, die uns zeigte wo es lang ging - wenn wir sie sehen konnten, denn natuerlich gibt es kein Licht an Chinesischen Fahrraedern.
Ein anderer Ausflug ging nach Longcun (?), dort besuchten wir, in einer Reisegruppe, zwei Minderheiten-Doerfer und besichtigten die Reisterrassen. Auch das war super schoen.
So, nun sind wir gestern Abend zu dritt im Liegebus nach Guangzhou (zurueck) gefahren. Ich kann Euch sagen, dass ist kein Spass, wenn der Chinese der Meinung ist kuscheln zu wollen. War ja auch nicht so schon warm genug. Wir lagen ganz hinten, ueber dem Motor -oder was auch immer- jedenfalls war es von unten verdammt heiss und von oben kalt wegen der Klimaanlage. Also doch zu decken, schoen warm... und dann noch der Chinese, den auch mein Ellenbogen und Knie nicht gestoert hat.
Nach wenig Schlaf kamen wir (Karo, Anja und ich) in Guangzhou an und trennten uns nach dem Fruehstueck. Die beiden bleiben noch 2 Tage da, ich bin weiter nach Macau. Nach 2.5 Stunden Busfahrt musste ich wieder durch die Ausreise Formalitaeten und dann irrte ich noch ewig mit dem oeffentlichen Bus umher, bevor ich mein Hostel fand. Am Ende nahm ich ein Taxi.
Das Hostel ist sehr suess. Aber auch sehr alt, was schon angekuendigt war. Das Haus, 100 Jahre und seit den 30er Jahren hat sich nicht viel veraendert. Dusche und Toilette teilen sich alle Gaeste. Aber es ist sauber, und das wichtigste, es ist billig!
Am 23.Juli fliege ich nach Shanghai zurueck, bleibe noch zwei Tage, bevor ich nach Beijing aufbreche und meine lieben Eltern am 27.07. vom Flughafen abhole *freu*!!!!
So, jetzt muss ich mal schauen, ob es meine Bank in Macau gibt, damit das Geldabheben nicht so teuer wird. Ausserdem hab ich keine Ahnung, was das Internetcafe hier kostet.
Als machts gut. Hab Euch lieb.
Dienstag, 7. Juli 2009
Ich bin's
(anders als auf dem Festland, ist blogspot hier in Hongkong naehmlich frei zugaenglich).
Montag, 29. Juni 2009
Abenteuer in China Teil 3
Nach Teil 1 - Studium in Beijing und Teil 2 - Praktikum in Wuxi, beginnt nun Teil 3 meines Abenteuers in China - Die große Reise.
Am Freitag war mein letzter Arbeitstag, der mit einem Abschiedsessen und ein wenig Wehmut geendet hat. Bereits am Samstag brachte ich die Hälfte meines Gepäcks, einen Koffer, nach Shanghai. War ganz praktisch, denn abends war Suzzans Geburtstagsparty. Sonntagabend, zurück in Wuxi ging es ans packen der letzten Sachen und tatsächlich musste ich nochmal ein Päckchen schicken, die vielen Bücher (1.200 Seiten Ken Follet sind einfach zu dick)...
Morgen früh ist es dann soweit, 10:55 Uhr verlasse ich, per Zug, Wuxi in Richtung Shanghai. Dort werde ich eine Woche von lieben Freunden aufgenommen. DANKE!
Am 07.07. fliege ich nach Shenzhen, dort nehme ich den Bus nach Hongkong und bleibe 3 Tage um ein Touristenvisum für China zu erhalten. Wenn alles gut geht, muss ich nicht noch ein zweites Mal ausreisen und kann meine weitere Reise, wie geplant durchführen. Da ich dies aber noch nicht weiß, habe ich erst mal bis 12.07. geplant. Zurück aus Hongkong werde ich vorerst 2 Tage in Shenzhen verbringen.
In Hongkong habe ich selbst wieder Zugriff auf den Blog und werde versuchen Euch zu berichten, wie es weitergeht.
Also dran bleiben, es bleibt spannend.
Tanja
Mittwoch, 24. Juni 2009
Typisch Cina
Suzzan
Samstag, 20. Juni 2009
Urlaub in Chengdu
Chengdu ist die Heimatstadt meiner lieben Freundin, Wei, bei der ich mein erstes Chinesisch gelernt habe. Als Dozentin an der Volkshochschule in Chemnitz hatte sie ihre Arbeit so gut gemacht, dass ich letztendlich Chinesisch studiere und ein Jahr in China verbringe. Wei, wiederum hat inzwischen ihr BWL Studium in Chemnitz abgeschlossen und arbeitet nun in Stuttgart. Seit 2000 ist sie in Deutschland und war seitdem nicht mehr zu Hause in China. Dieses Jahr sollte es anders werden und sie hat einen Flug nach Chengdu gebucht.Wir beide zum gleichen Zeitpunkt in ihrem Heimatland! Ich konnte gar nicht anders und habe mir zwei Tage frei genommen, um sie an einem langen Wochenende in Chengdu zu besuchen.
Sie hat sich so lieb um alles gekümmert und alles organisiert, dass ich mich hier nochmal ganz herzlich bei ihr und ihrer Familien und Freunden bedanken muss. Letzten Freitag (12.06.) flog ich von Wuxi nach Chengdu und wurde vor Ort von ihr und ihrem Cousin abgeholt. Zuerst fuhr er uns zu Wei’s Freundin, bei der wir die nächsten 4 Tage wohnten. Was für eine Wohnung und was für eine nette Familie!Anschließend lernte ich Wei’s Eltern kennen, später am Abend gab es noch ein großes Familienessen, bei dem auch ihre Schwester und weitere Cousins mit ihren Jungs teilnahmen. Vor dem Abendessen gingen wir beiden aber erst mal in die Stadt und schauten uns das Zentrum an, ihre alte Arbeitsstätte und frühere Wohngegend. In den letzten 9 Jahren hat sich allerdings so viel verändert, dass, so sagte mir Wei, sie die Stadt kaum wiedererkannt hat, nur noch die alten Straßen. Wir gingen in eines der alten Viertel, was jetzt eher für Touristen ist. Es gibt viele Stände und Läden, in denen Souvenirs verkauft werden und viiiele Fressbuden. Da haben wir erst mal zugeschlagen, mit jeder Menge kleinen Leckereien, die typisch für Chengdu sind. Das war kurz nach Mittag. Einige Stunden später machten wir uns auf den Heimweg und kamen zum Essen viel zu spät. Es war so warm, dass wir keinen Hunger hatten und auch nicht auf die Uhr schauten, wann denn die Zeit fürs Abendessen ran ist. Halb acht waren wir dann am Restaurant, alle haben schon gewartet, aber die Stimmung war gut. (Essenszeit ist in der Regel gegen 18:00 Uhr). Was es so alles gab kann ich Euch nicht genau sagen (irgendwas war mit Schweineblut), aber es hat alles sehr gut geschmeckt und auch die berühmte Schärfe des Sichuan-Essens habe ich tapfer überstanden.
Am Samstag stand ein Ausflug an, auf den ich schon sehr gespannt war. Wir fuhren ins Erdbebengebiet. Ihr könnt Euch sicher noch an das große Erdbeben am 12.05.2008 erinnern, bei dem mehr als 70.000 Menschen ums Leben kamen. Das Epizentrum war nicht weit von Chengdu entfernt. Die Stadt selbst blieb wie durch ein Wunder weitest gehend verschont, aber die Umgebung hat es natürlich hart getroffen. Die Bilder haben wir alle im Fernsehen gesehen. Manch einer wird jetzt sagen Katastrophen-Tourismus. Dies kann und muss ich an dieser Stelle, leider, bestätigen. Ich hatte es allerdings nicht als solches erwartet.
Wir sind mit dem Auto dorthin gefahren und schon kurz außerhalb der Stadt fuhren wir auf Straßen und durch Tunnel, die zusammengebrochen waren, jetzt aber schon wieder intakt. Wir sahen, wie Berghänge regelrecht weggebrochen und abgerutscht sind. Wir passierten noch eine Mautstelle und dann waren wir auch schon gleich im Katastrophen- (Tourismus-) Gebiet.
Wir kamen an einem Platz an, ich konnte es gar nicht deuten, es war so viel Chaos mit wartenden Autos und LKWs , geradeaus ginge es scheinbar nicht weiter, weil der Tunnel dort noch gesperrt war. Nach links ging es zwar, aber auch da war ein Tunnel und dort wurde der Verkehr durch die Polizei geregelt. Ich verstand noch nicht ganz die Probleme, was daran lag, dass ich die chinesischen Diskussionen nicht verstand. Jedenfalls konnten wir nicht mit unserem eigenen Auto in die Stadt hinter dem Tunnel fahren. Die Zufahrt war nur mit örtlichem Kennzeichen möglich. Aber das war kein Problem, denn es standen Anwohner mit PKW bereit, die als Fahrer und „Reiseleiter“ dienten. Alle Punkte an denen wir später hielten, waren mit Informationstafeln versehen, wie sie auch sonst an Sehenswürdigkeiten zu finden sind. Auch in der Stadt gab es dann Straßenstände, an denen DVD und Vorher-Nachher-Fotos verkauft wurden. Das mag jetzt alles sehr makaber klingen, aber für die Überlebenden muss das Leben irgendwie weitergehen und sie können so ein bisschen Geld verdienen und ihre Stadt wieder aufbauen. Nachwievor leben die Menschen in Zelten oder provisorischen Unterkünften (Baucontainer).
Unser Fahrer hat seine beiden Töchter (10 und 12 Jahre) verloren und so geht es vielen Familien dort. Wir haben die Ruine der Schule gesehen, unglaublich.
Später fuhren wir zum Dujiangyan Staudamm. Dieser Staudamm existiert und funktioniert seit 2.200 Jahren. Der Min-Fluss wurde in den Inneren und Äußeren Fluss geteilt und es wurde ein System installiert, um das Wasser in Zeiten des Hochwassers zu kontrollieren. Super interessant, vor allem, wenn man bedenkt, dass das vor so langer Zeit gebaut wurde.An dem Abend gingen wir mit unserer Gastfamilie Hotpot (Feuertopf) essen. Ist ja für mich nix neues gewesen, aber irgendwie schon, denn normalerweise bestellen wir Ausländer immer recht harmlose Sachen, die wir da reinwerfen. Diesmal gab es sämtliche Innereien, ich weiß wieder nicht genau was ich gegessen habe. Wieder war ich tapfer und habe meine Zutaten in der scharfen Suppe gekocht und nur ab und zu die milde Suppe verwendet. Damit habe ich Wei und ihre Freunde ganz schön beeindruckt. Am Sonntag fuhren wir (mit 3 Autos =16 Leute) zum Leshan Buddha. Dies ist, mit 71 m, die weltgrößte Buddha-Statue aus Stein. Sehr beeindruckend und mir fehlen die Worte, um dieses gigantische Werk zu beschreiben. Mit meiner Kamera war es mir leider nicht möglich den Buddha in seiner ganzen Größe zu fotografieren, aber ihr könnt Euch Abschnitte (Kopf, Hand, Fuß) im Album anschauen.Puh, jetzt hab ich schon wieder soviel geschrieben…
… nun noch kurz zum Montag, den verbrachten wir in Chengdu, besichtigten noch ein anderes „Altstadt-Viertel“ (ähnlich wie Xintiandi in Shanghai) und einer Ausgrabungsstätte (Jinsha Site Museum). Den Nachmittag verbrachten wir dann mit Ausruhen in der Wohnung von Wei’s Eltern, dort bekam ich noch ein Abendessen und dann ging auch schon mein Flieger zurück nach Wuxi.
Tanja
Montag, 15. Juni 2009
Es lebe der Alltag
Dienstag, 9. Juni 2009
Nachtrag Fussball und Yangzhou
Die Zeit vergeht.Nun sind schon wieder zwei Wochen seit meiner letzten Nachricht vergangen.
Am vorangegangenen langen Wochenende –wir hatten Donnerstag bis Samstag frei (ihr Sa-Mo), befand ich mich in Shanghai. Grund war neben einer Grillparty, mit lecker Thüringer Rostbratwurst, bei Lu Shanli natürlich auch das Fußballspiel Deutschland – China. Zum Spiel gibt es nicht viel zu sagen, ihr habt ja selbst mitbekommen wie schlecht die deutsche Mannschaft gespielt hat.Was ich dazu allerdings berichten kann ist die Art und Weise unserer Unterstützung. Dazu nur kurz, dass selbst Du Mei Yan und Domi aus Beijing angereist sind. Domi, die bei einem großen deutschen Autobauer (nicht Opel) Praktikum macht, kam im Schlepptau mit 9 Kollegen. Diese nutzten die Zugfahrt von Beijing nach Shanghai, um eine Hymne zu texten:
„Wir singen schwarz-rot-gold, Wir stehen zu dir.Wir singen DeutschlandWir sind hier.
Mit dem Adler auf der Brust Wir sind in China Wir sind gut dabei, Wir machen Party in SHANGHAI!“Und wirklich, wir konnten nix dafür, dass die so miserabel gespielt haben, wir haben uns die Seele aus dem Leib geschrien – wirklich! Nachdem Spiel ist vor dem Spiel und so sind wir anschließend noch in eine Bar gegangen. Wir waren zwar gar nicht so lange, aber trotzdem erst halb drei im Bett und beschlossen dann unseren geplanten Ausflug für Samstag abzusagen.
Stattdessen machten Lu Shanli, Du Mei Yan und ich am Samstag richtig auf Tourist. Begannen den Tag mit einer Huangpu-Schifftour (Huangpu ist der Fluss der durch Shanghai fließt) und stiegen anschließend noch in einen Touristenbus ein. War also alles recht entspannt. Später traf ich noch Alin und Suzzan im Park zu ner Runde Badminton und anschließendem Window Shopping (Schaufensterbummel).
Am Sonntag mussten wir dann alle schon wieder arbeiten, denn nur der Donnerstag war Feiertag und da wurde der Sonntag quasi als Brückentag auf Freitag vorgezogen.Oh, hab ganz vergessen, dass wir uns am Donnerstag noch das Shanghai Ocean Aquarium angeschaut haben. War schon sehr interessant, aber wie im Zoo, klopften die Chinesen gegen die Scheiben und fotografierten die Fische hinter dem Glas mit Blitzlicht…Nun aber zum letzten Wochenende. Natürlich stand mal wieder eine Reise auf dem Plan.Diesmal ging es mit einer chinesischen Reisegruppe im Langstreckenbus von Shanghai nach Yangzhou. Mittags angekommen, gab es erst einmal Essen. Der Weg ins Restaurant führte durch den Hintereingang, welcher nicht sehr vertrauenswürdig wirkte…… was wird uns bei dieser Reise noch alles erwarten? Das Essen war dann aber doch ganz gut und wir konnten gestärkt mit dem Programm beginnen. Zu erst gingen wir in den He Yuan, den Garten der Familie He, einer der vielen, herrlich angelegten, Gärten in China. Weiter ging es zum West See, dort konnten wir nur einen Bruchteil besichtigen, weil es viel zu groß ist. Aber wir hatten genug Zeit, um eine kleine Runde mit dem Tretboot auf dem See zu drehen. War ganz schön anstrengend, vor allem wegen der sommerlichen 35°C. Und kurz vorm Ziel wurden wir noch von einem anderen Boot, einem langsamen Motorboot, gerammt. Die chinesische Familie hat ihr Kind steuern lassen und griff auch nicht ein, als das Boot auf unseres zusteuerte. Wir, mit unserem Tretboot, konnten nicht schnell genug ausweichen, und so kam es zur Kollision. Es gab zwar einen kleinen Schaden an unserem Boot, aber Wasser drang nicht ein und wir konnten ohne Probleme zurück ans Land.
Anschließend ging es ins Hotel, dort schoben wir die Betten im Doppelzimmer zusammen, damit wir drei „kuscheln“ konnten und keiner von uns das Zimmer mit der Reiseleiterin teilen musste ;-)
Abends erkundeten wir die Stadt, gingen in eines der Bekannten Restaurants und probierten die für Yangzhou typischen Gerichte: Löwenkopf (Hackfleisch, nicht so lecker), Fisch süß sauer (sehr lecker) und Yangzhou Reis (auch sehr lecker).
Das mit der Bar hinterher hat nicht funktioniert, erst fanden wir keine und als wir sie gefunden haben, trauten wir uns nicht in den Keller, also gingen wir in ein Café und tranken dort einen Cocktail.
Sonntagmorgen, standen noch 2 Punkte auf dem Programm, der Ge Garten und die Han Gräber.Wir hatten viele tolle Erlebnisse, vor allem, weil meine lieben Freunde mir ein ganz besonderes T-Shirt zum Geburtstag geschenkt hatten. Vorn drauf steht: 老外来了 (Ausländer kommt) und hinten: 老外走了(Ausländer geht). Sonst sagen die Chinesen das ständig, wenn sie uns sehen – gerade in so kleinen Städten wie Wuxi und Yangzhou. Mit dem T-Shirt kann ich jetzt vorbeugen. Und mich dazu bekennen, dass ich ein Ausländer bin. Die Chinesen freut es und sie lesen es noch laut vor. 14:30 Uhr waren wir in Wuxi, ich konnte aber noch nicht nach Hause, denn wir stoppten lediglich an einer Raststätte und dort gibt es keine Taxen. Egal, bin nochmal mit nach Shanghai gefahren (Ankunft 17:00), was eine gute Entscheidung war. Wir gingen nämlich ins Xintiandi und dort gibt es ganz viele westliche Restaurants. Überzeugt hat uns das Paulaner Bräuhaus. Ihr glaubt nicht, was ich gegessen habe: einen Brotkorb: 6 Scheiben dunkles Brot, 1 Brezel, Schmalz und Leberwurst. Für ein Bier hat mein Budget nicht gereicht, da hätten 0.3l 6,50 Euro gekostet, hab mich dann für ein Ginger Ale für 4,00 Euro entschieden.
Das mit der Zugfahrt klappt übrigens jetzt immer super. Habe keinen Zug mehr verpasst (könnte daran liegen, dass die Züge manchmal Verspätung haben) und bin auch nicht mehr falsch eingestiegen.
Dieses Wochenende (12.-15.06.) probiere ich mal wieder was Neues. Ich fliege am Freitag nach Chengdu und besuche dort meine liebe Wei - bei ihr habe ich mein erstes Chinesisch gelernt, an der VHS in Chemnitz. Nach vielen Jahren in Deutschland, besucht sie gerade ihre Eltern in Chengdu. Und wenn wir schon beide in China sind, dann müssen wir uns auch treffen.
Samstag, 30. Mai 2009
Was issn da los?
Eure Suzzan
Mittwoch, 27. Mai 2009
Was für ein Muskelkater!
Es war ein langes Wochenende und ich musste mich um nichts kümmern, nur am Freitagmorgen pünktlich 08:00 Uhr am Bahnhof in Wuxi sein. Dort trafen sich im Warteraum 1 ungefähr 150 Kollegen und fieberten ganz gespannt dem bevorstehenden Firmenausflug entgegen.
Wir fuhren zum Tai Shan. Der Tai Shan ist der berühmteste der 5 heiligen Berge des Taoismus und - wie viele andere Ecken des Landes auch- ein beliebtes Reiseziel. Nachmittags erreichten wir unseren Zielbahnhof in der Stadt Tai’an. Dort angekommen wurden wir auf unsere 4 Reisebusse aufgeteilt und fuhren zum Dai Tempel (ein Taoistischer Tempel). So wahnsinnig viel kann ich dazu gar nicht erzählen, denn die Reiseführer haben alles nur auf Chinesisch erzählt. Wegen zwei Deutschen (dem General Manager und mir) wurde da nicht erst irgendwas übersetzt. Was ich sehen konnte waren viele alte Stelen und viele 2.000 Jahre alte Bäume (letzteres wurde mir von den Kollegen erzählt). Nach dem Rundgang fuhren wir zum Hotel und hatten dort ein bisschen Zeit zum ausruhen. Ich wurde einem Zimmer mit zwei Kolleginnen zugeteilt. Da wir das einzige Dreier-Zimmer waren, kamen die anderen Kolleginnen auch alle mal vorbeigeschaut, um zusehen wie das so aussieht. Jetzt hat mich alles eher an Klassenfahrt erinnert. Die Türen standen offen, jeder schaute bei jedem vorbei, es wurde über den Gang gerufen…… irgendwann machten wir uns zum Abendessen auf. 18:15 Uhr waren wir fertig und ich war gespannt was jetzt noch passiert, denn das offizielle Programm war vorbei. Unsere Gruppe (8 Leute von der Qualität) fuhr mit dem Taxi in die Stadt und schlenderte über einen Markt und dann versuchten wir noch ein paar Souvenirs zu shoppen. Gegen neun waren wir zurück im Hotel und die Mädels machten sich bettfertig. Als ich gerade unter der Dusche stand, und mich an ganz andere Firmenausflüge erinnert habe, rief -zum Glück- ein Kollege an und lud uns auf ein/zwei Bier ein. Zum Bier gab es Spieße („Chinese BBQ“) und ich kam wieder einmal in den Genuss von Seidenraupen – die meine chinesischen Kolleginnen verschmäht haben.Samstagmorgen, 06:00 Uhr, der Wecker klingelte, halb acht Frühstück und kurz vor acht saßen wir schon im Bus nach Qufu. Qufu liegt ca. 80 km südlich von Tai’an und ist die Geburts- und Wirkungsstätte von Konfuzius (孔子- Kong Zi – Meister Kong). Qufu ist eine der flachesten Städte, die ich bisher in China gesehen habe, kam mir zumindest so vor. - Mit flach meine ich übrigens die Höhe der Gebäude.Wir besichtigten den Konfuzius-Tempel 孔庙, den Wohnort 孔府und den Konfuzius –Wald 孔林(Ruhestätte der Familie Kong – weltweit größte Ruhestätte einer Familie). Auch diesmal habe ich nichts von dem verstanden, was die Reiseleiter erzählten und selbst wenn war es so laut, dass ich gar nicht gewusst hätte wo ich denn hin hören sollte. So setzte nutzte ich die Chance und ruhte mich ein wenig aus. Da kam ein älterer westlicher Herr, in Begleitung zweier Chinesen, auf mich zu und unterhielt sich ein wenig mit mir. Er, ein Österreicher, die Chinesen seine Studenten. Kaum hatten wir ein paar Worte gewechselt stand auch schon eine Schar von Kollegen um mich herum und wollte sehen, mit wem ich mich denn da unterhalte.
Auf dem Rückweg nach Tai’an wurde – natürlich – noch in einem Shop gehalten, damit wir regionale Nahrungsmittel kaufen konnten, was viele von uns auch machten. Danach ging es essen. Ich hab Miniskorpione gegessen. Zurück im Hotel begannen ein paar in unserem Zimmer Karten zu spielen. Ich habe gar nicht erst versucht das Spiel zu verstehen, die Erklärung wäre eh nur auf Chinesisch gewesen…Da lud mich der Fertigungsleiter zusammen mit ein paar Arbeitern zum Trinken ein. Das war ein Spaß, ich mit acht Chinesen.
Auch am Sonntagmorgen hieß es wieder zeitig aufstehen, Frühstück gab es diesmal nicht im Hotel sondern in jeder war irgendwie selbst für sich verantwortlich. Wir, die Gruppe um die Qualitätsleute und der Engineering Manager gingen zu einem kleinen Straßenimbiss und aßen Suppe (Maisbrei-Eierflockensuppe, oder so). War ganz lecker und wir waren gestärkt für den langen Marsch nach oben, auf den Tai Shan 泰山. Es gibt in China fünf heilige Berge des Taoismus. Der Tai Shan ist der berühmteste, mit 1.545m aber keineswegs der höchste. Erst wurden wir mit unseren Reisebussen zum Touristensammelpunkt gefahren. Von dort ging es dann noch einmal gut zwanzig Minuten mit einem Touristenbus ein ganzes Stück den Berg hoch. Ich dachte schon wir fahren auf den Gipfel, aber später sollte ich merken, dass wir auch so noch genug Weg vor uns hatten. Am „Basecamp“ angekommen teilte sich unsere Reisegesellschaft. Die meisten wagten den Aufstieg, nur ein paar wenige trauten sich in die Seilbahn (oder wie Tracy sagte, ich mach lieber 10 min die Augen zu, als mich 3.000 Stufen hoch zu quälen. 3.000 Stufen, da hab ich mir aber was vorgenommen!Wären wir übrigens von ganz unten gestartet, hätten wir 6.000 Stufen erklimmen müssen. Uns standen 1,5 Stunden für den Aufstieg zur Verfügung, dann wollten/sollten wir uns wieder treffen. Ziemlich schnell riss unsere Gruppe auseinander. Auch ich verlor meine Gruppe ziemlich schnell. Das machte aber nix, denn bei mindestens 100 Kollegen, traf man den ein oder anderen immer mal wieder – es gab ja schließlich nur eine Richtung, die nach oben. Aber auch wenn ich ganz schön erschöpft war und ich gegen Ende alle 10 Stufen eine Pause einlegen musste, ich erreichte das Ziel (Südtor) in der Zeit.Am Südtor hatten wir ein bisschen Zeit um Kraft zu schöpfen, bevor wir – wieder gemeinsam- zum Restaurant geführt wurden. Auf dem Weg passierten wir noch einen Tempel und ein paar Souvenirläden, machten Fotos und nahmen uns ein wenig Zeit den Ausblick zu genießen. Gestärkt erklommen wir dann endgültig den Gipfel und ne halbe Stunde später, wurde ein paar Meter weiter unten ein Gruppenfoto geschossen.Jetzt teilte sich die Gruppe wieder, diesmal nahmen allerdings die meisten Kollegen die Seilbahn, um wieder ins Tal zu gelangen. Ich gehörte nicht dazu, denn schließlich hängt man da mindestens 1.000 Meter über dem Nichts. Ich nahm also die Treppe, der Abstieg ging ganz schön in die Beine und so stoppte ich lieber gar nicht erst, sondern lief – ganz automatisch- den ganzen Weg zurück, diesmal ohne Pause. Nach nur 50 Minuten erreichte ich, als erste, das „Basecamp“. Musste mich dort aber erstmal setzen, denn meine Knie zitterten ganz schön (hatte ja letztendlich doch 6.000 Stufen in den Beinen).
Bevor wir dann wieder zum Bahnhof gebracht wurden, gab es 17:00 Uhr Abendessen (fast hätte ich AbendBROT geschrieben) und dann traten wir den Heimweg an.
Der Zug hatte 20 min Verspätung, ist ja wie bei der Deutschen Bahn. Als wir dann endlich alle eingestiegen waren, bezogen wir unsere Betten (hard sleeper, also keine Kabinen). Wieder besuchten sich alle oder setzten sich zum Kartenspiel zusammen. Ich hatte das mittlere Bett (es gibt, pro „Abteil“ immer 2 x 3 Betten übereinander) und legte mich schon mal mit meinem Buch hin, während unter mir 6 Kollegen saßen und Karten spielten. Ich habe glaube ich als erste geschlafen und bin erst wieder halb drei aufgewacht, kurz bevor wir Wuxi erreichten. Gegen vier Uhr war ich dann wieder zurück in meinen vier Wänden. Zum Glück hatte ich am Bahnhof in Tai`an noch erfahren, dass wir am Montag frei haben. Sonst hätte ich mir doch tatsächlich den Wecker auf 07:00 Uhr gestellt und umsonst auf den Firmenbus gewartet. So konnte ich, seit langer Zeit mal wieder, einen ganzen Tag lang nichts tun.
Montag, 18. Mai 2009
Kommunikationsschwierigkeiten
nach Youtube ist es uns nun auch nicht mehr möglich Blogspot zu öffnen D.h. wir können Euch nicht mehr direkt mitteilen, was bei uns so los ist.
Deshalb mailen wir die Teste nach Hause. Dort werden Sie dann online gestellt, damit ihr weiterhin auf dem Laufenden seid und wisst, dass es uns gut geht.
Eure Kommentare lesen wir dann, wenn wir in Deutschland zurück sind.
Fotos können wir noch hochladen, so können wir Euch auch noch ein paar visuelle Eindrücke direkt nach Hause senden.
Der nächste Bericht von unserer Radtour durch Shanghai ist schon in Arbeit . Also, freut Euch drauf .
Mittwoch, 13. Mai 2009
Abenteuer mit der chines. Bahn
Aber erstmal sollte ich vielleicht das chines. Bahnsystem ein bissche erläutern:
Der Bahnhof kann quasi nur mit Ticket betreten werden. Ticketschalter be
Mein Zug D302 sollte 21:31 fahren. Am Bahnhof angekommen, geht mein Blick wie immer erstmal an die Anzeigetafel, um zu sehen, wo der Zug abfährt. Dort konnte ich ihn aber nicht finden und bin dann wie immer in die zweite Etage gefahren und bewegte mich, ebenfalls wie immer, auf Warteraum No. 3 zu. Im Gang war dann auch ein Zug ausgeschrieben - im Warteraum selbst allerdings nicht. War schon komisch, aber vielleicht ist ja die Technik ausgefallen - und außerdem ist noch ne halbe Stunde hin bis zur Abfahrt. 10 Min. vorher wurde ich dann langsam nervös. Erstens waren relativ wenige Leute in diesem Warteraum und Zweitens stand immer noch kein Zug ran. Bin dann auf die andere Seite in den Warteraum und habe dort nachgeschaut. Stand auch nix dran - aber im Gang stand immer noch Zug D3002 angeschrieben. Also muss der doch hier auch irgendwie abfahren, nur wo? Wieder zurück in der ersten Hälfte fragte ich einen Passagier. Der zeigte zur anderen Seite. Prima, da war ich gerade. Hektisch lief ich Richtung Ausgang, um einen Bahnmitarbeiter zu finden. Sah schlecht aus. Und plötzlich sehe ich, am Warteraum No.2 steht der Zug D302. Was ist denn hier los, wieso gibt es zwei so ähnliche Zugnummern und wieso fährt mein Zug nach Wuxi nicht von No. 3 ab??? Schnell rannte ich zum Durchgang. Dort riefen mir die Bahnleute nur zu kuai, kuai (schnell, schnell). Dann war es noch ewig weit. An der Treppe zum Gleis stand noch einer, der auch 'kuai, kuai' rief. Ich rannte die Treppe runter. Puh, Glück der Zug steht noch. Aber die Türen sind zu. Ich klopfte noch an. Der Schaffner draußen am Gleis winkte mich zur Seite und der Zug fuhr ab - meine Hand berührte den Wagen noch. So ein Mist. Jetzt ist es Sonntagabend halb zehn und ich stecke in Shanghai fest. Was mache ich nur. Der Schaffner sprach grimmig mit mir (hab kein Wort verstanden) und erklärt mir, dass ich mitkommen soll. Hm, was wird das jetzt nur? Am Nachbargleis stand auch ein Zug. Der Schaffner führte mich zu einer anderen Schaffnerin, die ich dann wiederum auch ein Stück begleitete. Bei dem Zug handelte es sich um einen Nachtzug nach Beijing, der auch in Wuxi hält. Dort konnte ich dann mitfahren (es war Sonntagabend, nach einem langen Wochenende), auch wenn es nur ein Stehplatz war. Aber ich war überglücklich, dass ich doch noch nach Wuxi zurück konnte.
Die Zweite Story betrifft die Fahrt nach Kunshan, am vergangenen Sonntag. Ich kaufte mir am Donnerstag vorher, sagte das ich Sonntag nach Kunshan wolle, schaute am Schalter noch mal auf den Kalender und sagte, am 09.05. .Dazu muss ich sagen, dass die Kalender hier von Sonntag bis Samstag gehen, d.h. der letzte Tag in der Reihe ist der Samstag.
Am Sonntagmorgen, am Bahnhof in Wuxi - in der (richtigen) Wartehalle, stellte ich dann fest, dass mein Ticket für den gestrigen Tag war. Blöd. Naja, ich probier mal, ob ich trotzdem durchkomme. Hinzu klappte es ganz gut, da konnte ich das Ticket beim abstempeln fest, und das Datum zu halten. Bei der Rückfahrt war es dann schon schwieriger...
... die Kollegin bei der Fahrkartenkontrolle nahm es sehr genau und das Ticket in die Hand. Dann wetterte sie auch schon los und zeigte mir auf dem Ticket einer anderen Passagieren, dass der 10.05. sei. Ups. Habe ihr dann versucht beizubringen, dass ich der Überzeugung bin, dass erst der 09.05. sei. Hab nicht genau verstanden was sie alles gesagt hat, aber sie hat mich gerade so durchgewunken - wahrscheinlich, um den Verkehr nicht aufzuhalten. Sie zerriss mein Ticket und ließ es fallen. Damit bin ich quasi schwarz gefahren. Die Kontrolle in Wuxi fand nicht wirklich statt, wir wurden, ohne das Ticket zeigen zu müssen, einfach durchgelassen.
Montag, 11. Mai 2009
Kunshan
Wie immer, wenn wir in einer Stadt ankommen, besorgten wir uns erstmal einen Stadtplan. Darauf entd
Und schon kamen wir uns wie all die Chinesinnen vor, die zum Wandern immer in Stöckelschuhen unterwegs sind. Wir zwar nicht in Stöckelschuhen, aber in Sandalen, fanden uns vor einem sehr steilen, sandigen Waldweg - aber egal, wir schaffen das uns un machten uns auf den Weg. Oben angekommen sahen wir zwar aus, aber wir sind angekommen. Auf dem Hügel befand sich ein Tempel bzw. Altar davor. So kam es auch, dass uns ein paar ältere Damen mit Räucherstäbchen und Gesang empfangen. Dahinter war dann noch eine Militäranlage, um die wir herumlaufen konnten, aber mehr auch nicht. Also wieder zurück, diesmal aber den konventionellen Weg.
Später setzten wir den "Schatten-Spaziergang" fort - bis zur nächsten Pause (im Schatten).
Ich musste mich dann verabschieden, denn mein Zug fuhr ein bisschen früher.
"Zugfahrt" und "ein bisschen früher" sind dann auch schon die Stichworte für meine nächste Story...
Dienstag, 5. Mai 2009
Qingdao - ein kleines Stück Heimat
Wie ich gerade gelesen habe, verpassten wir den "previous Germany chancellor Gerhard Fritz Kurt Schröder " nur um zwei Tage.
Sehr auffällig, die Stadt ist hügelig - für mich die erste Stadt hier in China, total ungewohnt und dann auch noch am Me
Später besuchten wir die Brauerei - hin kamen wir mit einem Dreirad (inzwischen dürften wir alle Fortbewegungsmittel getestet haben). Nach einem frischgezapften Bier machten wir uns wieder auf zum Strand, um dort einen gemütlichen Abendspaziergang zu machen und ließen uns auch von ein bisschen Regen nicht abhalten. Belohnt wurden wir mit einem Blick auf die beleuchtete Küste.
... kurzzeitig dachten wir daran die Nacht durchzumachen, um am Sonntagmorgen die Sonne über dem Meer aufgehen zu sehen. Da wir aber in der Bar, trotz Livemusik, fast eingeschlafen sind, fuhren wir dann doch ins Hostel und legten uns schlafen. Vorsichtshalber stellten wir den Wecker auf halb vier (uns wurde gesagt, Sonnenaufgang sei gegen vier) - nur damit wir theoretisch die Chance nutzen könnten doch noch einen Sonnenaufgang am Strand zu sehen. Wie erwartet schalteten wir den Wecker nach dem ersten klingeln und einer kurzen Absprache sofort aus.
War auch gut so, denn so waren wir am Sonntag ausgeschlafen, für unser ausgiebiges Frühstück im Hostel *lecker* und den Strand-Tag.
Sonntag, 3. Mai 2009
Engineered
Habe innerhalb von 2 Tagen ueber 1000 Seiten gelesen, besser gesagt die ersten 2 Baende einer Geschichte. Da ich ja nun leider den Aufschrei verpasst hab, der durch die "westliche Welt" ging als Twilight und New Moon bekannt wurde muss ich nun aufholen. Du meine Guete. Aber ich weiss, Jule, dass du die restlichen 2 Baende hast, ich werde also der Versuchung wiederstehen, Geld auszugeben fuer etwas was eh schon zu Hause bereit liegt - oder kannst du mir die Buecher vielleicht schicken?
Neben erstarrten dasitzen (bis einem der Hintern einschlaeft) habe ich es immerhin geschafft insgesamt 6 Stunden an der stickigen Luft zu verbringen und mich auf meinem Fahrrad durch die Stadt treiben lassen, was ungefaer so funktioniert:
Du stehst an ner Ampel. Ewig rot. Neben dir sammeln sich die Fahrraeder, Scooter etc., es werden immer mehr, und alle starren dich an. "Hi!" "Hello"! Nach 3 Kreuzungen hast du die Nase voll und biegst einfach gleich rechts ab damit du nicht anhalten musst- Konsequenz? Richtig. Du faehrst im Kreis.
Ausserdem habe ich, nachdem ich heute frueh meinen 6. Mueckenstich entdeckt habe, beschlossen, dass es an der Zeit war, mir einen Schlachtplan zu ueberlegen. Meine Verteidigung hat mich 10 Euro gekostet, 10 Minuten Diskussion mit Verkaeuferin warum auf der Packung kein Bild ist (ich Kauf doch nicht die Katze im Sack), 15 Minuten zum Aufbau (daher der Titel, Engineer heisst Ingenieur) und einen riesen Lachkrampf als ich die blaue Spitzenborduere entdeckte. Herausgekommen ist ein Zelt, das man einfach aufs Bett setzt und dann Bettdecke reindrapiert, mit Reissverschluss und allem drum und dran, welches jetzt dafuer sorgt, dass die Blutsauger wissen, wo die Grenze ist. Ist ganz schick.
Nach der Anstrengung begaben sich meine Knochen zum Massagestudio, wo ich erstmal ausdrucksstark erklaeren musste, dass man doch bitte bei der Ganzkoerpermassage meine Fuesse aussparen soll. Denn ganzen Stress haette ich mir sparen koenne, als sich herausstellte, dass mein Masseur deutsch konnte. Also nicht fliessend. Aber dann doch schon:
"Ich liebe dich" und "das kitzelt". Alles klar. Nummer 26, ich soll das naechste Mal wieder nach ihm fragen.
Mehr ist nicht passiert - aber war auch mal sehr gut so.
Mittwoch, 29. April 2009
Was für ein Kino
Samstag setzten wir uns ins Taxi und fuhren zum Lake Taihu. Dort strebten wir die CCTV Movie & TV Base an - chinesisches Filmstudio.
Wir waren noch gar nicht richtig angekommen, wurden schon die ersten Aufnahmen. Mit einer Euphorie zückten die Chinesen ihre Kameras und lichteten uns ab - Eintritt mussten wir trotzdem bezahlen (ohne Studentenrabatt). Als wir endlich drin waren, ging es weiter: "Exkuse me, can I take a picture with you?" Am Anfang ist das ja immer noch ganz lustig, da wir aber nach ner Viertelstunde immer noch nicht weiter gekommen waren lehnten wir irgendwann ab. Spätestens von da an wurden die Fotos heimlich gemacht.
Später sind wir, unabsichtlich, in ein Filmset gerannt. Haben kein Schild gesehen, auf dem irgendwas von 'Achtung Dreharbeiten' stand (Kameras haben wir auch nicht gesehen), also sind also weitergelaufen. Gut, der Chinese, der sich uns in den Weg gestellt hat uns uns partout nicht durchlassen wollte war schon merkwürdig. Aber ein anderer hat uns gesagt, dass wir weitergehen sollen. Irgendwann haben wir es dann geschnallt und sind umgekehrt.
Wollte meinen beiden Gästen noch das Stadtzentrum zeigen. Außerdem brauchten Sabrina und ich dringend einen Kaffee. Mit neuer Energie setzten wir unseren Spaziergang fort.
Das wir uns kurze Zeit später wie in einem Krimi vorkommen würden, konnten wir da noch nicht ahnen.
Als wir an der Kirche vorbei kamen, machten wir einen Abstecher hinein. Drinen zählten wir die Klimaanlagen (14 an der Zahl) und waren auch sonst wenig beeindruckt.
Fehlanzeige. Dem Wachmann ist zwar aufgefallen, dass wir verfolgt werden, gemacht hat er aber nix. Jetzt blieb uns nur noch eine Chance. So wie im Film, sprangen wir in ein Taxi und fuhren davon. Die ersten hundert Meter hab ich mich immer noch umgedreht und geschaut, ob er nicht hinter uns in nem Taxi sitzt. War zum Glück nicht der Fall. Und wir waren ihn endlich los!
Sonntag, 26. April 2009
Reise nach Hangzhou Anfang April
Um aber trotzdem meine Jagd fortzusetzen, muss ich mich ja trotz allem hintern den Computer klemmen, daher erfolgt jetzt der Startschuss!
Vor langer langer Zeit beschlossen wir, das waeren Antje Mirko Florine Shaggy Praveen Sean Alastair Danny Ich, ueber das durch den Feiertag verlaengerte Wochenende nach Hangzhou zu fluechten. Nach vielem hin und her (Koordinationsprobleme wegen riesiger Gruppe, Visaprobleme etc.) trennte sich die Gruppe der 2 deutschen Antje und Mirko plus Florine, die bei SIP fuer die franzoesische Businessunit arbeitet, ach ja und ich, ab. Da nicht nur wir die grandiose Idee hatten in den Urlaub zu fahren sondern ausser uns geschaetzte 9005834 Chinesen die von allen Seiten in die Provinzhauptstadt stroemten, haben wir lediglich fuer die erste Nacht ein Hostelzimmer reservieren koennen, sonst wurde im Internet nichts gefunden.
So, Sprung zum Freitag, 19:00 war Abfahrt des Zuges, Florine und ich triefen nach der Arbeit 19:06 am Bahnhof ein. Verdammter Obermist. Nach Tauschen des Zugtickets, 2 Stunden Fahrt und ewiger Suche nach Hostel dann, typisch, die erschuetternde Konfrontation mit dem Fakt, das unsere Internetbuchung nicht eingegangen sei (obwohl ich Bestaetigung erhalten habe und Anzahlung gemacht hab), daher haben wir die deutsche schlechte Laune ausgepackt und die Rezeptionistin erstmal ordentlich zur Schnecke gemacht. Geschlafen haben wir Maedels dann letztendlich zu dritt im Doppelbett, und Mirko auf ner steinharten Militaerpritsche. Nachdem wir uns noch mit den Jungs auf ein paar Bier getroffen haben.
Die naechsten 2 Tage in Hangzhou (Anja ist noch mit dazu gestossen) waren erfuellt von Schlafplatzsuche, Herumirren mit dem Taxi, unverstaendlichen Telefongespraechen mit den Iren (wo seid ihr? wann treffen wir uns? wie heisst das? buchstabiert mal! - Fragen konnten erst nach 3 maligen Weiterreichen des Handys und anschliessendem Vergleichen des Gehoerten geklaert werden - diesen Dialekt versteht doch wirklich keiner!) aber auch von atemberaubenden Klettertouren, tollen Restaurants, netten Clubs, viel Spazieren gehen, Pagoden, Museen, chinesischen Apotheken (Gesehenes wollt ihr an der Stelle gar nicht weiter ausgefuehrt haben), "Was machen wir jetzt" Diskussionen etc.
Schliesslich verbrachten Florine und ich den Montag allein zusammen, da sich die anderen aufgrund eines ausgepraegten Katers nicht auf die Busfahrt ins Teedorf machten wollen. Inzwischen hatte ich mir schon ordentlich meine Zehen wundgelaufen und bin zwischendurch barfuss durch die Berge gestampft. Es war wie im Film: gruene Berge, die Stadt konnte man wegen Smogglocke nicht erkennen, ueberall Strohhuete auf sich langsam vorwaerts bewegenden Teepflueckerinnen. Toll.
Haben uns von den verschlungenen Pfaden durch die Landschaft dann natuerlich dazu hinreissen lassen, unseren festen Zeitplan etwas durcheinander zu bringen, daher mussten wir nach einer wilden Jagd von einem zum anderen Ende von Hangzhou mit dem Bus, zu Fuss und schliesslich mit der Rikscha feststellen, dass wir den Zug um ca. 33 Sekunden verpasst haben.
3 stuendiges Warten am Bahnhof hat uns die Freundschaft 2 kleiner Damen aus dem Sueden Chinas von ca. 4 und 6 Jahren eingebracht, die uns und damit alle umsitzenden Chinesen praechtig unterhalten haben.
Und dann waren wir wieder zu Hause - Dienstag morgen hab ich gleich mal um 2 Stunden verschlafen und mit dementsprechend spaeter im Buero aufgetroffen. Mann, hat mich dieses Wochenende geschlaucht.
So meine entzueckenden Miezen, das wars erstmal fuer heute.
Was ich jetzt noch unbedingt loswerden muss, ist folgendes:
Sonntag, 19. April 2009
Baumarkt, Zoo und Gartenstadt
Habe den Zoo also schnell wieder verlassen, hat mir gereicht, was ich gesehen habe und wollte mich schnell dem Angenehmen -dem Park widmen. Spazierte ein bisschen und schaute mir den Park an, als mich ein chines. Pärchen nach dem Weg fragte und wissen wollte, ob ich chinesich kann - sonst ist es umgekehrt. Da die beiden eine Karte hatten schloss ich mich an und klapperte die restlichen Sehenswürdigkeiten mit ihnen ab.
Nachmittags war ich noch schnell einkaufen und kam mir vor als wäre ich im Zoo. Stehe im Supermarkt auf der Rolltreppe, vor mir ein Mutter mit zehnjährigem (?) Sohn. Jener Sohn zeigt doch tatsächlich mit dem Finger auf mich und lacht laut. Die Mutter hat natürlich nichts gemacht. Diesmal waren keine Affen in der Nähe, die von mir ablenken konnten - leider.
Aufgrund kurzzeitiger Orientierungslosigkeit schafften Alin und ich nur einen Garten, der sehr schön war und bei Sonne noch viel schöner sein muss, und das Suzhou-Opern-Museum - inkl. Aufführung.
Dann war es auch schon wieder Zeit zum Bahnhof zu gelangen. Wir wussten es wird schwierig ein Taxi zu bekommen - schließlich regnete es - und planten etwas mehr Zeit ein. Als es aussichtslos schien, hielt neben uns eine motorisierte Rikscha. Wir handelten schnell einen Preis aus und stiegen ein. Zu diesem Zeitpunkt konnten wir noch nicht ahnen, dass wir wenige Minuten später einen "Zusammenstoß" mit der Staatsgewalt haben würden. Wir passierten eine Kreuzung und ich höre und sehe gerade noch, wie ein Polizist angerannt kommt und den Fahrer stoppen will. Rikschafahrer gab Gas und fuhr weiter. Plötzlich drängt uns ein schwarzer Wagen ab und bringt die Rikscha zum stoppen. Hinter uns kommt der Polizist angerannt. Rikschafahrer will wieder gasgeben und an dem schwarzen Wagen vorbei fahren. Polizist ist inzwischen eingetroffen und zerrt den Fahrer vom Sattel. Wir immer noch hinten drin, waren schon dabei die Tür zu öffnen und uns zu verdünnisieren. Ist uns dann auch zum Glück noch gelungen.
Jetzt sind wir zwar ein Stück vorwärts gekommen und mussten noch nicht einmal was bezahlen, aber der Bahnhof scheint noch zu weit weg zu sein. Also mussten wir erneut nach einer Mitfahrgelegenheit suchen. Alle Taxis besetzt, genauso wie die Fahrradrikschas. Mist. Sehen plötzlich unsere Motorrad-Rikscha wieder, diesmal aber mit einem Polizist als Fahrer. Und dann, steht sie da, eine leere Fahrradrikscha, die bereit ist uns zum Bahnhof zu bringen.
Wir waren uns nicht sicher, wie oft wir das Spiel jetzt noch betreiben müssten um unser Ziel zu erreichen, aber diesmal ging alles gut. Ein bisschen mulmig war uns schon, denn wir konnten nix sehen - zum Schutz vor dem Regen war die gesamte Rikscha mit Vorhängen zugezogen.
Am Bahnhof trennten sich unsere Wege dann wieder - Alin fuhr zurück nach Shanghai und ich nach Wuxi.
In Wuxi musste ich nochmal ne halbe Stunden auf ein Taxi warten, hier gibt es nämlich keine Rikschas.
Mittwoch, 15. April 2009
Ostern auf Chinesisch
Irgendwann fanden wir sogar die Kanäle, die das Dorf zum Wasserdorf machen. Guck mal, da kann man sogar Boot fahren. Das klingt toll, wollen wir auch. Wir waren nicht die einzigen. Außer uns wollten auch 3 Mexikaner eine Runde auf dem Wasser drehen - die Boote waren für 6 Personen ausgelegt und somit fragten uns die 3 , ob wir mit ihnen die Tour machen wollten. Wir schlossen uns sofort an, denn nun konnten wir uns auch die lange Runde leisten. War wie in Venedig, wie ich es mir vorstelle.
Die Regel zweimal nein-sagen und dann erst ja habe ich oder sie missverstanden. Weiß es gar nicht so genau. Bin mir aber sicher, dass ich mehr als dreimal nein gesagt habe. Sie ließ sich aber nicht davon abhalten, zog meinen Fuß auf ihr Bänkchen und wienerte meine Schuhe blank - und das für 50 cent.
Samstag, 11. April 2009
Die Aufholjagd hat begonnen
Von denen erlebe ich gerade hautnah eins. Besser gesagt, ich klammere mich mit aller Energie dran, weil ich es nicht fassen kann, dass morgen schon wieder Sonntag und daher fast schon Montag ist. Aber diese Fakten sind fuer euch alle garantiert keine Neuigkeit.
Muss ich mir schon was Neues einfallen lassen, ja?
Fangen wir mit dem ersten Wochenende an - Tanja, Karo und ich zusammen in Wuxi.
Aufzaehlung aller Ereignisse waere hier aufgrund meines lueckenhaften Gedaechtnisses einfach unvollstaendig, daher will ich hier einfach mal die Ergebnisse auflisten:
- Der Club SOHO und seine Stammgaeste wird sich so rasch nicht mehr von den atemberaubenden Tanz - und Akrobatikauffuehrungen erholen, die von den oben genannten Grazien teils unter heftigen Tequillaeinfluss dargeboten wurden
- Die Planung einer mordsmaessigen Party auf Tanjas himmlischen Dachterrasse nimmt in meinem Kopf schon langsam festere Umrisse an
- Bronzebuddha (siehe Fotos) steht noch, Gaerten (siehe Fotos) ebenfalls noch vorhanden, Bus (hihi) ist seit unserer Tour mit ihm bestimmt schon wieder mit ueberraschten, sich erschreckt in die Mitte stuerzenden und duckenden Fahrgaesten (Klebeband im Dach und an den Fenstern haelt eben nicht alles fern) abgebuerstet worden
- Tanja hat immer noch keinen Drahtesel, 30 Euro im Carefour waren uns allen zu teuer
- wir haben das Kochen mit Anruehrpackungen doch noch nicht verlernt
- Tanja schnarcht
- Karo schnarcht
- Muskelkneter in Wuxi habens wie anderswo ganz gut drauf mich zum Auf-Die-Lippe-Beissen zu bringen
- Die Taxen in Wuxi sehen aus und hoeren sich an als haetten sie schon 3 mal die Welt ueberquert
- Mir hats total gefallen (was nicht zuletzt an den Maedels lag) aber irgendwie - ist es eben doch nur ein Dorf. aber ein huebsches und reich.
Jetzt muss ich nur noch ueber mein Wochenende mit meine Leuten in Hangzhou berichten, und vielleicht noch die eine oder andere Anekdote von Arbeit darbieten. Aber, oh Schreck meine Haare sehen aus, und Tanja, Sabrina und ich gehen doch gleich in diese Jazzbar wo es diesen schnuckeligen Saenger geben soll, da muss ich mich schon noch bissl auftakeln.
Ich lege morgen meine Finger wieder auf die Tastatur auf, mal schauen was dann passiert.
Bis dahin
wie die Iren sagen:
Wish you luck!
und wie ich sage
Haltet die Ohren steif!
Montag, 6. April 2009
Wochenendausflug nach Shanghai
Nur noch fünf Minuten und noch ungefähr 5 Leute vor mir. Noch zwei Minuten und 3 Leute. Nur noch ein paar Sekunden und nur noch 1 Mädchen vor mir. Und dann wird ihr gesagt: "Wir schließen jetzt" . Nein, umsonst da gestanden. Verdammt. Jetzt ist Donnerstagabend und ich habe für morgen immer noch kein Ticket. Letzte Chance, eine Stunde (!) früher aufstehen und dann gleich bei der Öffnung des Ticketoffice' vor der Tür stehen.
Und dann ging auch schon gleich der Sightseeing-Marathon los. Wir hatten für die beiden Tage einen tollen Reiseführer - an dieser Stelle nochmal ein großes DANKESCHÖN an Alin.
Dann wieder zurück ins Stadtzentrum, um Du Mei Yan und Alin zu treffen - Mitten auf der Nanjing Lu (riesengroße Einkaufsstraße). Zwar an der U-Bahnstation, aber ich habe es trotzdem geschafft vom richtigen Ausgang in die falsche Richtung zu laufen. Demzufolge hat das Zusammentreffen mit den beiden ein bisschen gedauert (gut das es Mobiltelefone gibt), blöd
Gestärkt und aufgetankt durch ein kleines Sonnenbad ging es weiter zum Bund, schließlich war heute Sicht. Das mussten wir nutzen, nachdem gestern das andere Ufer nur erahnt werden konnte.
Schnell ein paar Fotos von und mit uns und mit Chinesen und dann weiter mit der U-Bahn zum Longhua Tempel, dem wohl schönsten Tempel Shanghais. Gott sei dank (Buddha sei dank) gab es Sitzplätze in der Bahn, aber die Fahrt hat als Erholung noch nicht gereicht. Haben uns, bevor wir in den Tempel sind, bei einer bekannten Fastfood-Kette ein Getränk gekauft und sind dann rein in den Tempel, nächst beste Sitzmöglichkeit zum ausruhen genutzt. Puh, das tat gut. Jetzt konnten wir den Tempel auch in Ruhe anschauen. Unser letzter gemeinsamer Tagesordnungspunkt war die Rückfahrt Richtung Zentrum und wieder ein bisschen ausruhen, bei einem Eiskaffee.
Diesmal fand ich Shanghai richtig super. Lag sicher auch daran, dass ich ein paar ruhigere Ecken gesehen habe und zumindest am Sonntag die Sonne schien :)
Komisch diese Ausländer...
Und dann sitzen die da und schreiben irgendwas auf. Die sitzen nur und schreiben oder lesen. Machen nix anderes, lassen keine Drachen steigen oder fahren mit Inlineskates herum. Nur sitzen und schreiben. Da müssen wir doch mal genauer hinschauen. Mal gucken, was die da schreiben, stellen wir uns mal davor und schauen in das Buch. Mist, kann ich nicht lesen, schreiben noch nicht mal chinesisch.
Das ist doch die, die in der Woche, morgens kurz vor halb 8 auf dem Fußweg steht und liest. Komisch diese Ausländerin. Da steht die jeden Morgen an der selben Stelle und liest ein dickes Buch. Warum nur? Auf was wartet die da nur? Die Bushaltestelle ist doch 15 m weiter vorn. Komisch!
Mittwoch, 1. April 2009
Ausflug nach Nanjing
Bleibt uns nur noch eins, schnell zur nächsten U-Bahn. Arme Nicole, mit ihrem riesen Koffer (3Wochen-China-Gepäck). Aber tapfer hielt sie durch und wir schafften es nicht nur zur U-Bahn, sondern auch noch rechtzeitig zu unserem Zug.
Ich fahre, mal wieder, nach Shanghai. Wir haben nämlich ein langes WE (Montag frei, wegen Grabpflege-Tag). Die Shanghaier fliegen zwar alle aus, aber Du Mei Yan kommt extra aus Beijing eingeflogen um das WE mit uns zu verbringen. Diesmal ist auch wirklich Sightseeing geplant. Suzzan ist zwar nicht da, hat uns aber freundlicherweise ihr Appartement angeboten (Haustausch). Das wird ein Spaß. Ich glaube ja, sie wird ihre Wohnung nicht wiedererkennen ;)